Archiv der Kategorie Bildungspolitik

Halten Sie eine Leistungsselektion nach der vierten Klasse für richtig?

Robert Roedern – Grundschullehrer und Schulpsychologe der Staatlichen Schulberatung in Bayern auf die Frage der SZ nach dem Schulsystem:

 

Halten Sie eine Leistungsselektion nach der vierten Klasse für richtig?

 

Das kommt darauf an, in welcher Rolle Sie mich fragen: Als Lehrer und Schulpsychologe bin ich Beamter und Teil dieses Systems und versuche den Menschen zu helfen, sich darin bestmöglich zurechtzufinden. Als mündiger Staatsbürger würde ich andere Modelle bevorzugen. Ich habe jetzt wieder eine erste Klasse und es ist toll zu sehen, mit welcher Neugier und Lust Kinder lernen. Ich frage mich, wie es uns gelingt, diese so lange wie möglich zu erhalten – und ob Noten und Notendruck dabei hilfreich sind.

 

Quelle: SZ, 28.1.2013

Siehe dazu auch:

Ich, Arbeiterkind

Umfrage in Hessen

 

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Hessisches Kinderförderungsgesetz – Verschlechterung der Kinderbetreuung durch CDU und FDP?

 

Kind muss ein schweres Rad drehenDurch das als Entwurf vorliegende neue Hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG) befürchtet viele Gruppen und Menschen in Hessen erhebliche Verschlechterungen der Rahmenbedingungen für die hessischen Kindertagesstätten, Kindergärten und Horte.

 

Linke:

Das ist nichts anderes als eine flächendeckende vorsätzliche Kindeswohlgefährdung.

 

Die freien Wähler Hessen sehen

Kinderbetreuung als Dauerbaustelle. Politik scheitert an den eigenen Ansprüchen […] Was fehlt ist eine leistungsgerechte Bezahlung sowie klare gesetzliche Richtlinien.

SPD:

Das von der Schwarz-Gelben Koalition im Landtag vorgelegte „Kinderförderungsgesetz“ (KiföG) verschlechtert nach Ansicht der hessischen SPD Landtagsfraktion
die Qualität der Kinderbetreuung in Hessen.

 

Die Grünen lehnen

den von CDU und FDP vorgelegten Entwurf für ein Kinderförderungsgesetz (KIFÖG) als „ideenlos und unzureichend“ ab. „Jahrelang hat diese Regierung die Entwicklung im Bereich der Kinderbetreuung verschlafen, zu wenig Betreuungsplätze geschaffen und zu wenig Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. Dies hat zur Folge, dass sich nun die Gruppengrößen und die Qualitätsstandards verschlechtern und zukünftig 20 Prozent fachfremdes Personal in Kindertagestätten eingesetzt wird.

 

Lebenshilfe Hessen:

Mit großer Sorge sieht die Lebenshilfe Hessen, dass die kindliche Bildung in dem
vorgelegten Entwurf nicht mehr oberste Priorität der Ausrichtung der Hessischen
Landesregierung hat.

und:

Der vorgelegte Entwurf würde teilweise eine untragbare Verschlechterung der Bildungsbedingungen für Kinder mit Behinderung herstellen und teilweise auch die Bedingungen für alle Kinder in heterogenen Gruppen verschlechtern.

 

Die LAG Frühe Hilfen Hessen e. V. erfüllt

der Entwurf „für ein Gesetz zur Veränderung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches und zur Änderung und Aufhebung anderer Rechtsvorschriften – Hessisches Kinderförderungsgesetz“ (HessKiföG) vom 02.10.2012 mit großer Sorge

Die GEW kritisiert:

Kostensenkung und eine weitreichende „Flexibilisierung“ zu Lasten der pädagogischen Qualität und der Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen
und Erzieher bilden die wesentlichen Eckpunkte des vorgelegten Entwurfs.

Der Verband berufstätiger Mütter kritisiert:

Sollte es in der jetzigen Form in Kraft treten, hätte es negative Auswirkungen auf die Qualität der Kinderbetreuung. Der Betreuungsschlüssel würde sich in vielen Einrichtungen verschlechtern.

 

Was ist an dieser Kritik dran?

  • Das neue HessKiFöG bedeutet im Wesentlichen den Wegfall der bisherigen Regelungen der Begrenzung der Gruppengröße und der Fachkraftbemessung. Dies bedeutet, dass durch das neue HessKiFöG eine Vergrößerung der Gruppen (auf 25 Kinder/Gruppe) entstehen wird und die Fachkraftquote abgesenkt wird.
  • Die Regelungen in § 25 b Abs. 2.4. sehen vor, fachfremde Personen als Ersatz für ausgebildete Fachkräfte einzusetzen; in § 25 c Abs. 3 wird konkretisiert, dass diese 20% des personellen Bedarfs ausmachen sollen. Die Folge wäre eine starke Verschlechterung der fachlichen Qualität und eine drohende Diskriminierung: für die Bildungsbedarfe von allen Kindern und die Anforderungen der Gestaltung heterogener Gruppen bedarf es eines entsprechenden Fachkräfteeinsatzes; dieser wird mit dem HessKiFöG reduziert.
  • Diese Regelungen kann auch noch zu weiteren Absenkungen des Fachkraftanteils aufgrund von Kostenzwängen in den Einrichtungen führen, da es sich bei den Regelungen lediglich um „Soll“ – Regelungen handelt, die größten Teils unbestimmt gefasst sind.
  • Die Berechnung der Fachkräfte wird an die Öffnungszeit und die Anzahl der Kinder zu einem Stichtag gebunden: Das bedeutet:  Je länger die Öffnungszeiten, desto weniger Personal kann zur Verfügung stehen. Die Träger werden gezwungen sein, immer nur die unterste Grenze der Öffnungszeiten anzubieten um wirtschaftlich arbeiten zu können.
  • Es können keine Plätze für nachrückende Kinder oder Geschwisterkinder freigehalten werden. Die Einrichtung muss zum Stichtag (01.03.) voll belegt sein, sonst hat der Träger für das gesamte Jahr weniger Personal zur Verfügung.
  • Keine Reduzierung der Gruppen, wenn Kinder mit Integrationsbedarf in der Gruppe sind

Es ist recht offensichtlich, dass dieser Gesetzentwurf vor allem von dem Bestreben getrieben ist, Geld einzusparen – was wenig überrascht, siehe: Warum will die FDP einen Banker zum Staatssekretär im Kultusministerium machen? Schon im November 2011 habe ich vorausgesagt: „Ein Bürokrat und Spezialist für Bank-Themen mag sich auf Wirtschaftlichkeit  und Einsparungen verstehen, aber davon, welche Voraussetzungen und Bedingungen für gutes und effektives Lernen notwendig sind, dürfte er reichlich wenig verstehen.“

Absichtserklärungen von CDU und FDP in Sachen Bildung und Kinderbetreuung sind damit als Lippenbekenntnisse enttarnt. Das perfide jedoch: Das Gesetz soll am 1.1.2014 in Kraft treten – also erst nach der nächsten Landtagswahl, aber so kurz danach, dass auch ein Regierungswechsel es nicht mehr rechtzeitig stoppen könnte.

 

Was tun?

Unterschriftsliste KiFöG der LAG Frühe Hilfen Hessen e.V.

Unterschriftensammlung von 1 Kind 1 Platz! (bis 31.1.)

Mailaktion von 1 Kind 1 Platz!

Postkartenaktion der GEW (PDF)

 

Siehe auch:

Hessische Bildungsmisere continues…

 

Quellen und mehr Infos:

Hessisches Kinderförderungsgesetz KiföG von Sascha Endlicher

Offener Brief zum geplanten KiföG der LAG Frühe Hilfen Hessen e. V.

Gesetzentwurf HessKiföG (PDF)

Stellungnahme der Lebenshilfe Hessen zum Gesetzesentwurf für ein Gesetz zur Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches und zur Änderung und Aufhebung anderer Rechtsvorschriften (PDF)

Die GEW lehnt den vorgelegten Gesetzesentwurf als unzureichend und mangelhaft ab

Das von der Schwarz-Gelben Koalition im Landtag vorgelegte „Kinderförderungsgesetz“ (KiföG) verschlechtert nach Ansicht der hessischen SPD Landtagsfraktion
die Qualität der Kinderbetreuung in Hessen (PDF)

Kinderförderungsgesetz: Ideenlos und unzureichend ─ GRÜNE sehen deutliche Verschlechterung der Qualitätsstandards

Linke: Kinderförderungsgesetz der CDU-FDP-Fraktionen bedeutet Kindeswohlgefährdung

Freie Wähler: Kinderbetreuung als Dauerbaustelle!

VBM: Hessen plant ein neues Kinderförderungsgesetz

 

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Innovative Methoden individueller schulischer Förderung

Sitzenbleiben

Niedersachsen will das Sitzenbleiben in der Schule abschaffen. Warum? Wieso wird “Sitzenbleiben” negativ gesehen? 7 Gründe, warum Sitzenbleiben mehr schadet, als nützt – und was statt dessen besser wäre.

 

Förderung von Hauptschülern: Wenn Studenten zu Paten werden

http://www.sueddeutsche.de/bildung/foerderung-von-hauptschuelern-wenn-studenten-zu-paten-werden-1.1556712

 

Salman Khan, Gründer der Khan Academy, über die Probleme des heutigen Bildungssystems, seine Pläne für die Zukunft und die Kritik an seinem Konzept.
http://www.heise.de/tr/artikel/Die-Menschen-sollen-Probleme-loesen-lernen-1772118.html

 

Wer es im harten Wettbewerb an den staatlichen Schulen nicht schafft, wechselt auf private Schulen (wenn die Eltern sich das leisten können/wollen):

http://www.sueddeutsche.de/bildung/privatschulen-foerderung-statt-starrheit-1.1550422

Privatschulen: Für Versager mit wohlhabenden Eltern – weil sie individuell fördern? Jedenfalls keine Alternative zu einem gerechten Schulsystem.

 

 

 

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Hessische Bildungsmisere continues…

Wenn am Sonntag in Hessen gewählt würde, wäre die schwarz-gelbe Regierung abgewählt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks.

Unzufrieden sind die Hessen vor allem mit der Bildungspolitik der CDU-FDP Landesregierung. Denn Bildung ist das wichtigste Thema für die Hessen und Hessinnen:

Wichtigstes politisches Problem in Hessen: Bildung

Wichtigstes politisches Problem in Hessen: Bildung

 

Größtes Thema ist scheinbar die entschiedene Ablehnung von G8:

HessInnen lehnen G8 entschieden ab: 50% für 9 Jahre plus 39% für freie Wahl

HessInnen lehnen G8 entschieden ab: 50% für 9 Jahre plus 39% für freie Wahl

 

Dagegen stimmt mich ein wenig traurig, dass die Mehrheit der HessInnen immer noch SchülerInnen nach Leistung selektieren will, obwohl längst nachgewiesen ist, dass aller SchülerInnen von Leistungsunterschieden in Klassen profitieren. Allerdings kann man daraus noch keine Unterstützung für das dreigliedrige Schulsystem ableiten, da auch das von Rot-Grün / Grün-Rot vertretene zweigleisige System diese Bedingung erfüllt. Hier wäre eine differenziere Befragung hilfreich gewesen.

Noch wenig Akzeptanz für gemeinsamen Unterricht

Noch wenig Akzeptanz für gemeinsamen Unterricht

 

Die Einsparungen, die die Landesregierung mit der aktuellen Vorlage zum „Hessisches Kinderförderungsgesetz“ (KiföG – wobei „Förderung“ hier ein echter Hohn ist) realisieren will, werden die Situation im Bildungswesen noch weiter verschärfen. Allerdings werden die Auswirkungen dieser Beschneidung der Bildungseinrichtungen erst nach der nächsten Landtagswahl sichtbar werden.

Sascha Endlicher informiert über die Details des KiföG und seine Auswirkungen auf Kindergärten und Schulen. Ich werde mich hier in Kürze auch noch ausführlicher damit beschäftigen.

 

 

Siehe auch:

Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

Soziale Selektion beim Zugang zum Studium

Warum will die FDP einen Banker zum Staatssekretär im Kultusministerium machen?

Miese Noten für die Landesregierung

Irrwege der Unterrichtsreform

Dreigliedriges Schulsystem – pro und contra

Linksammlung: Schule und Integration

 

 

 

Mehr Informationen zur Bildungspolitik:

Literaturliste Bildungspolitik

Ausbildungsalternativen: Abi, Lehre, Studium, …

Artikelsammlung Kindergarten / Krippe / Kita

Linksammlung Rahmenbedingungen des Lernens

Linksammlung Lehrerinnen & Lehrer

Internationale Vergleiche, Erfahrungen sowie Pisa & Co.

Konfliktbewältigung an der Schule

Infos rund um Anti-Pädagogik

Soziale Schranken zum / im Studium

Linksammlung Bildungs(politik)konzepte

 

 

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Demo gegen die Schließung / Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses

Immerhin 250 Leute. Trotz Sommerferien, miserabler Werbung, Pateien-Desinteresse: Die Demonstration gegen  die Schließung / Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses durch Grüne und CDU in Darmstadt war ein voller Erfolg.

Ein kleiner (Stimmungs-)Bericht und ausgewählte Bilder (Klick aufs Bild für eine große Version, ein Link zu mehr Bildern am Ende):

Ich habe schon ein paar Demonstrationen erlebt, aber die Demo gegen ein Schließung oder Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses fiel doch durch alle üblichen Raster. Am auffälligsten war sicher, dass überwiegend Kinder und Jugendliche demonstrierten – also jene, die bei Wahlen (leider) noch keine Stimme abgeben dürfen und damit ohne echte Repräsentanz im dne städtischen Gremien sind. Die Erwachsenen waren (und blieben) eindeutig in der Minderheit. 

Gleich als nächstes war bemerkenswert, dass die „üblichen Verdächtigen“ fehlten: Keine Partei war vertreten, auch die sonst bei Demos immer vertretenen politischen Gruppen glänzten komplett durch Abwesenheit.

Und beim näheren Hinsehen offenbarte sich noch eine Seltsamkeit: Hier demonstrierte ein überwiegend aus dem grün-alternativen Spektrum kommendes Publikum gegen die Politik eines grünen Oberbürgermeisters. Einzelne ältere Ehepaar waren auch auszumachen, die ich dem Aussehen nach der CDU zugeordnet hätte ( aber in Darmstadt kann man das nicht so genau sagen, die könnten auch SPD-nah gewesen sein). Es fehlten die schwarzen Kluften der Uffbasse AnhängerInnen, die intellektuellen Outfits der Linken und die IT-Lässigkeit der Piraten. 

Das hier keine Polit-Profis am Werk waren, war schon bei der Werbung für die Demo zu bemerken gewesen. Neben der persönlichen Ansprach der aktuellen AH–City-TeilnehmerInnen und der Mitglieder AHS-Fördervereins hatten sich die Aktivitäten auf einen Facebook Event beschränkt.
Keine Web-Seite, kein Plakate auch keine Aktivitäten in anderen sozialen Netzwerken oder in Online-Veranstaltungs-Kalendern. Schade. Da wurde viel Potential verschenkt.

 

In Facebook ist überhaupt nur ein Bruchteil der Darmstädter präsent und von denen gehen die meisten (von den Jugendlichen, die alle 10 min ihre Nachrichten checken, mal abgesehen) auch nur 1-2 Mal im Monat rein (wenn überhaupt). 

Also: Wer ne Demo machen will, soll erst mal ne normale, für alle Menschen zugängliche  Web-Seite aufsetzen, mit allen wichtigen Infos drauf. Dann können nämlich alle Leute ihre Freunde darauf aufmerksam machen, egal ob sie bei Facebook, G+ oder Twitter sind oder gar nicht in sozialen Netzen unterwegs.

Genug gemosert. Denn auf die Demo selbst waren die VeranstalterInnen gut vorbereitet: Transparente, witzige (und dennoch ernste) Schilder (siehe links),  Albert-Schweizer-Masken, …  Für alle, die schon mal selbst Zeit im AHS verbracht hatten, gab es Schilder, auf die jedeR schreiben konnte, wieviele Tage es waren.

Starkt vertreten und am engagiertesten waren die ehemaligen und gegenwärtigen AHS- BetreuerInnen. Ihnen merkte man an, dass sie sich – trotz ihrem zeitaufwendigen ehremamtlichen Engagement für die Freizeiten – in die Diskussion um die Zukunft des AHS in keinster Weise eingebunden fühlen. Das Versprechen der Grünen, in Darmstadt für mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen, ist hier jedenfalls nicht erfüllt worden. Denn für diese Jugendlichen bedeutet Beteiligung nicht, erst hinterher mit fertig verhandelten Ergebnissen konfrontiert zu werden. Für sie bedeutet Beteiligung, von Anfang an mitgestalten zu können. Und wenn das innovative Konzept des Albert-Schweizer-Hauses erhalten werden soll-  nicht nur das Gebäude – dann ist es notwendig, diejeneigen zu beteiligen, die dieses Konzept auch kennen. 

 

In den Redebeiträgen bei der Demo wurde denn auch vielfach betont, wieviel Engegement von DarmstädterInnen in die Ausstattung und Renovierung des Gebäudes geflossen ist: Das „kostetet Darmstadt:“fragte der Sprecher Marek zu jedem Punkt und die Demonstranten antworteten : „Null Euro!“. Unerwähnt blieben dabei die Tage, Wochen, Monate, Jahre, die junge DarmstädterInnen in ihrer Freizeit in die Betreuung von Kindern und Jugendlichen gesteckt haben. Auch das hat Darmstadt keinen Cent gekostet. Ob Jugendliche dazu zukünfitg bereit sein werden, wird auch davon abhängen, ob die Jugendlichen ernst genomen werdeen und welche Bedingungen dann herrschen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich beobachte, wie eine funktionierende Jugendarbeit komplett zusammenbricht, weil sich die Rahmenbedingungen ändern.
Der Wert von Jugendarbeit kann halt nicht einfach in investierten Euro ausgedrückt werden, sondern er entsteht erst dann, wenn die Arbeit bei den Jugendlichen auch auf Akzeptanz trifft. Das war bisher beim AHS der Fall. Die berechtigte Sorge der Jugendlichen, ob das bei einem anderen Träger zukünfitg der Fall sein wird, wird von den politisch Verantwortlichen bisher nicht ausreichend ernst genommen. 

Doch nicht nur , dass Grüne und CDU die erfolgreiche und notwendige Arbeit des AHS gefährden. Die Grünen sind dabei, mit ihrer Sparpolitik und mieserabler Kommunikation ihre eigene Zielgruppe zu verprellen. Hoffen wir, dass das eine Koalition mit einer Partei, die auf schwierige oder unangepaßte Jugendlichen traditionell mit dem Ruf nach der Polizei reagiert, wert ist.

Weitere  Bilder als Slideshow (insgesamt 167).

Gern dürft ihr die Bilder im Kampf für die Erhaltung des ASH gegen Nennung asls Fotograf (Carsten B.)  und / oder Link auf http://blog.neunmalsechs.de/ verwenden. Über eine Nachricht, wo ihr sie einsetzt, freue ich mich. Online-Artikel verlinke ich gern.  Bei Verwendung für andere Zwecke bitte ich um Rücksprache.

 

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Demo gegen Schließung der Albert-Schweizer-Hauses am 14.7.2012

Plakat für die Demo gegen die Schließung des Albert-Schweizer-Hauses in Dramstadt

Plakat für die Demo gegen die Schließung des Albert-Schweizer-Hauses in Dramstadt

Im Rahmen des Sparprogrammes der Stadt Darmstadt soll das Albert-Schweizer -Haus in Lindenfels geschlossen werden, das als Ferien- und Freizeitheim der Stadt dient. Dieses einmalige pädagogische Angebot ist jedoch für Kinder und Jugendliche aus Darmstadt eine wichtige und einmalige Erfahrung. Die Schließung zerstört eine ganze Kultur und das gesamte Konzept, dass nicht einfach auf andere Träger übertragen werden kann. (Details zur Einrichtung und zum Sparprogramm folgen hier in Kürze)

Dagegen wendet sich eine Demonstration am Samstag, den 14.July 2012. Sie beginnt um 13 Uhr am Georg-Büchner-Platz (Staatstheatervorplatz).
Anschließend läuft der Demonstrationszug folgende Route:

Wilhelminenstraße -> Ludwigsplatz -> Markplatz -> Schloss -> Luisenplatz.
Auf dem Luisenplatz gibt es für die jüngeren unter uns Kinderschminken und weitere Angebote.

Hier findet auch eine Kundgebung mit Redner/innen statt, sowie ein offenes Mikrofon für jedermann/frau!

Bitte kommt und sagt es weiter!

 

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Programm-Landesparteitag der Piraten Hessen 2012

Denk selbst!Am kommenden Wochenende, 19.-20.5.2012, findet in Gernsheim der Landesparteitag 2012-1 der Piraten Hessen statt. Auf diesem Parteitag soll überwiegend das Parteiprogramm für die kommende hessische Landtagswahl diskutiert und beschlossen werden. Obwohl ich kein Mitglied der Piratenpartei bin, werde ich über große Strecken daran teilnehmen. Aus drei Gründen:

1.) Ich habe im letzten Jahr als Nicht-Mitglied (sog. „Freibeuter“) im AK Bildungspolitik der Piraten Hessen mitgearbeitet und möchte natürlich miterleben, wie unsere Anträge diskutiert und ob sie beschlossen werden. Mehr zu diesem spannenden Jahr und den Anträgen unten.

2.) Ich bin neugierig und möchte endlich mal live erleben, wie so ein Piratenparteitag abläuft.

3.) Ich will hier und auf Twitter, Facebook, G+ und Diaspora über meine Eindrücke, Erlebnisse und Schlussfolgerungen berichten (der Journalist in mir erwacht mal wieder).

Dieser Artikel soll zum einen der Vorschau dienen, aber auch Transparenz darüber herstellen, wie ich zu den Piraten stehe – schließlich bin ich kein objektiver Berichterstatter und bezweifele auch grundsätzlich, dass „Objektivität“ möglich ist (aber das ist eine andere Diskussion).

BühneFangen wir damit an: Nachdem ich mich nun schon sehr lange lange mit Politik beschäftige, habe ich die Piraten erstmals im Landtagswahlkampf 2009 kennengelernt (von ihrer Gründung hatte ich nichts mitbekommen – soviel zur Qualität der Berichterstattung der traditionellen Presse) und war positiv überrascht von dieser neuen Partei. Zum einen weil sie eine neue und gänzlich un-ideologische Herangehensweise gegenüber der Politik mitbrachten, die sich dadurch auszeichnete, dass sie sowohl idealistisch und zugleich doch pragmatisch war (also ganz auf meiner Linie). Zum anderen aber auch dadurch, dass ihre gewählten Vertreter und Kandidaten vernünftig und klar denkende Menschen zu sein schienen, weder Egozentriker noch Spinner, wie ich sie bei anderen Kleinparteien in der Vergangenheit immer erlebt habe (insbesondere in meiner Konstanzer Zeit habe ich öfter über solche Gruppen geschrieben).

So habe ich ihre Aktivitäten in der folgenden Zeit aktiver beobachtet (sowohl über das Netz als auch vor Ort in Darmstadt) und als ich vor rund einem Jahr von der Gründung des Arbeitskreis Bildung hörte, bot ich dort meine Mitarbeit an. Schließlich beschäftige ich mich seit nun mehr 30 Jahren mit Bildungspolitik, habe selbst einen Sohn in System und bin, wie die meisten Hessen mit der aktuellen Bildungpolitik im Land extrem unzufrieden.

Ich wurde im AK äußerst freundlich aufgenommen und ich habe dort ein spannendes Jahr mit durchaus kontroversen, spannenden und teilweise heftigen Diskussionen erlebt, die jedoch fast immer konstruktiv endeten. Die einzige Ausnahme bildete der bedauerliche Ausschluss eines Mitgliedes,  das ständig versuchte, dem AK seine Themen aufzuzwingen und dabei regelmäßig andere Mitglieder mit abstrusen Beschuldigungen und Beleidigungen konfrontierte. Produktiv waren wir auch – wir haben insgesamt 43 Programm-Anträge produziert, die wir nun auf dem LPT zur Abstimmung stellen.

Reaktion auf Twitter dazu:

Pirat sein bedeutet Arbeit

Bevor ich dazu komme, jedoch erst einmal: Wie funktioniert so ein Parteitag bei den Piraten? Denn selbst wer Parteitage anderer Parteien kennt, muss feststellen, das die bei den Piraten anders ablaufen. Zunächst einmal sind die Parteitage der Piraten öffentlich – solange vom Parteitag nicht anders beschlossen, kann jeder Mensch daran teilnehmen (also auch ich). Von den 1695 Mitgliedern der Piraten in Hessen haben sich bisher 150 angekündigt (von weiteren unangekündigten Teilnehmern ist jedoch auszugehen).  Stimmrecht haben alle Mitglieder, die ihren Mitgliedsbeitrag auch bezahlt haben (bei anderen Parteien werden in den Regionalverbänden Delegierte gewählt).

Viele Informationen zum Landesparteitags sind für alle Hessen im Piraten-Wiki öffentlich abrufbar. Im Gegensatz zu anderen Parteien gibt es keine Leitanträge, die vom Vorstand eingebracht und bevorzugt behandelt werden. Im Gegenteil: Jedes Mitglied kann Anträge stellen und diese sind öffentlich einsehbar. Über das Vorgehen und die Reihenfolge der Diskussion und Abstimmung entscheidet auch der Landesparteitag. Bisher wurden 131 Anträge eingereicht.

Pirate bei der ArbeitIm Gegensatz zu anderen Parteien reichen nicht 50%, um zum Teil des Landesprogrammes zu werden, sondern sie müssen eine 2/3 Mehrheit  bekommen. Das macht es besonders schwierig, einen Programmpunkt durchzubekommen.

Piraten, die nicht selbst teilnehmen können, können den LPT über Video-Livestreams verfolgen:

http://tinyurl.com/8y26gvm (Samstag)

http://tinyurl.com/6pe5ktj (Sonntag)

Viele Teilnehmer werden auch über die verschiedenen Social Media Kanäle berichten. Auf Twitter ist der Hash-Tag  #help12.

 

Zu den Anträgen:

1. Bildung

Von den 43 Programm-Anträge des AK Bildung sind 30 Konsens-Anträge. Das heißt, hier hat der AK in langen Diskussionen Positionen erarbeitet, die  von allen AK Mitgliedern mitgetragen werden. Hier wurden zwischen den im AK vertretenen Richtungen viele Kompromisse geschlossen, um gemeinsam getragene Positionen zu ermöglichen. Der LPT hat die Möglichkeit über Zustimmung zu Antrag 1.23 PA-023: Neues Bildungsprogramm für die Piratenpartei Hessen diese Punkte als einen ganzen Block am Stück zu verabschieden. Einerseits würde das viel Zeit und Diskussion sparen. Andererseits enthält dieser Block viele Anträge und Formulierungen, über die sich noch vortrefflich und bis ins kleinste Detail streiten lässt-  der LPT könnte sogar alle Diskussionen aus den AK -Treffen des letzten Jahres noch einmal wiederholen. Allein wie sich der LPT hier entscheidet ist schon spannend und wird den Parteitag wesentlich prägen.

Richtig interessant wird es allerdings bei den Anträgen PA-055 bis PA-070 sowie PA-120. Hier sind die Themen, die im AK nur eine Mehrheit auf sich vereint haben oder zu denen sogar zweit oder drei Alternativanträge bestehen. Hier geht es um Themen wie (eine Auswahl / in Klammern meine persönliche Abstimmungs-Empfehlung):

Weitere (wie ich finde) spannende  und unterstützenswerte Themen:

2. Demokratie

 

Piraten in der Wirtschaft

Piraten in der Wirtschaft

4. Sonstige

 

In den Programmentwürfen steckt natürlich noch mehr spannendes und Diskussions-würdiges, aber das würde diesen Beitrag sprengen. Aber schaut mal rein.

 

Falls ich Lust auf mehr gemacht habe, fahrt selbst in Gernsheim vorbei , oder lest, was ich am Wochenende so berichte.

 

[Alle Bilder auf dieser Seite sind übrigens vom Neujahrsempfang der Piraten Hessen in Darmstadt]

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Die besten Lehrer

 

The best teachers are those who show you where to look, but dont tell you what too see.

 

Siehe auch:

Bildungsökonomisierung: Die Kids schlagen zurück!

Irrwege der Unterrichtsreform

Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

FDP: Hirschler neuer Staatssekretär im Kultusministerium

sowie weitere Artikel in der Rubrik: Bildungspolitik

 

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FDP Generalsekretär hat im Unterricht nicht aufgepasst

Das kommt davon, wenn man in Sachkunde „Donald Duck“ Hefte liest:

 

FDP Gneralsekretär Döring bei WWM (Montage)

Quelle: @aklempert

Liebe Eltern, fragt doch mal eure Kinder, wie man das nennt, wenn die politische Willensbildung und Macht vom Volk ausgeht. Und berichtet mir die Antworten (mit Altersangabe).

Siehe auch:

Irrwege der Unterrichtsreform

Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

FDP: Hirschler neuer Staatssekretär im Kultusministerium

sowie weitere Artikel in der Rubrik: Bildungspolitik

 

 

Irrwege der Unterrichtsreform

Am Samstag habe ich in Frankfurt zu Gast beim Kongress „Irrwege der Unterrichtsreform“ der „Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.“ .

IHörsaal mit rund 300 Menschench hatte im Vorfeld viel unterschiedliches über den Veranstalter gehört: Das reichte von „eine reaktionäre Betonkopffraktionstagung“ über „Lobbyarbeit und Propaganda“ und „Hochschulpendant zum schulischen Philologenverband der Gymnasiallehrer“ bis hin zu „in der Tradition des Pädagogen Heinz-Joachim Heydorns und der Kritischen Theorie“ und „linkslibertär“.

Also definitiv spannend. Leider kam ich (aufgrund von GPS-Ortungsproblemen eines Apfel-Mobilgerätes und hilfswilliger, aber völlig desorientierter Frankfurter, die mich in die komplett falsche Richtung schickten) etwas zu spät und musste auch gegen 16 Uhr wieder gegen. Meine Notizen aus der Zeit dazwischen möchte ich gern teilen:

Die Tagung fand an der Frankfurter Uni statt und ich hatte aufgrund des Themas eine eher kleine, intime Runde erwartet. Insofern war ich ziemlich erschlagen, als ich verspätet in den Hörsaal stolperte und mich gefühlte 2.000 Augen ansahen (realistisch geschätzt waren es ca. 300 Teilnehmer), da der Eingang natürlich direkt neben dem Podium lag. Schöne Erinnerung  ans eigene Studium war auch, dass die freien Plätze natürlich innen lagen und erst mal alle aufstehen mussten, damit ich vorbei konnte. Steckdosen gibt es an den Sitzplätzen in den Hörsälen auch immer noch nicht, wie ich feststellen musste. Soviel zur Ausstattung moderner Hochschulen. Alles noch so wie 1990.

Die TeilnehmerInnen waren übrigens wild gemischt: Profs, Docs, Studies, RektorInnen, LehrerInnen, SchülerInnen. Nur PolitikerInnen sind – falls sie da waren – zumindest nicht aufgefallen (außer der Hand voll Piraten, die ich zufällig persönlich kenne). Der Kleidung nach zu urteilen war das Publikum wild gemischt von Stock-Konservativ bis Locker-Alternativ.

Zu den Vorträgen:

Horst Rumpf: Weder Hürdenlauf noch Informationsagentur – ein Einspruch gegen eine verkürzte Vorstellung von Unterricht

( nur Impressionen, da ich den Anfang des Vortrags verpasst hatte):

Beschreibt die Verkürzung, die Bildung erfährt , wenn diese auf  testbare Standards reduziert wird. Insbesondere widmete er sich mit einiger Ausführlichkeit der Frage, welche Art von Aufgaben seither nur noch möglich sind und wie sich das gesellschaftlich auswirken kann.

Fazit: Ihm geht es um einen Zweifel an Monopolen, es geht ihm um Vielfalt. Standards aber seien Monopole.

Weiterlesen:

Horst Rumpf „Diesseits der  Belehrungswut – Pädagogische Aufmerksamkeiten“ (Buch)

Den Rest des Eintrags lesen. »

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