Die grünen Leiden der Anne Spiegel

Kopfloser by Carsten Buchholz

In der öffentlichen Diskussion um die Bewertung des Urlaubes von Anne Spiegel habe ich mich bisher nicht geäußert. Zu wenig geeignet für einfaches Urteil schien mir der Fall – und ich hatte nicht alle Infos, um es beurteilen zu könnnen.

Nun ist Anne Spiegel zurückgetreten. Und es gibt Quellen, die mir erlauben, die Thematik zu bewerten. Und ich möchte das tun, weil es daraus – über den konkreten Fall hinaus – einiges zu Lernen gibt. Für moderne Politiker:innen. Aber auch für die öffentlichen Diskussion. Und persönlich.

Vorab meine Bewertung der Ereignisse (wissend, dass ich hier ein paar Leser:innen verlieren werde), die ich im folgenden dann begründen möchte:

  • Es mußten in Deutschland (auch in jüngster Zeit) Politiker:innnen anderer Parteien trotz viel schlimmerer Handlungen und Aussagen nicht zurücktreten.
  • Der Rücktritt der grünen Politikerin Anne Spiegel war dennoch der richtige Schritt.

Zu diesem Ergebnis komme ich, obwohl ich nicht einmal finde, dass der Urlaub von Anne Spiegel selbst ein Fehler oder ausreichender Grund für den Rücktritt der Politikerin ist. Für mich hat sie drei andere, entscheidende Fehler gemacht, die einen Rücktritt unvermeidlich machten:

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нетвойне – Kein Krieg – no war

Lomonosov Moscow State University
Lomonosov Moscow State University

Almost 7,500 academics, students and graduates of the prestigious Moscow State University, Russia’s oldest university, have signed a letter saying they “categorically condemn the war that our country unleashed in Ukraine”. Please share and spread this (the link or copy the text).

At the end the English translation.

Сообщество МГУ имени М.В. Ломоносова против войны

Мы, студенты, аспиранты, преподаватели, сотрудники и выпускники старейшего университета России, Московского государственного университета имени М.В. Ломоносова, категорически осуждаем войну, которую наша страна развязала в Украине.

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Chiqué: Der Tango vom Lügen & Täuschen

Eine Partitur von Chiqué

Chiqué war nie ein wirklich großer Hit, definitiv kein berühmter Tango, den man außerhalb der eingefleischten Tango-Szene “kennt” (anders als El Choclo, Malena oder gar Oblivion). Ich habe vermutlich schon oft dazu getanzt, ohne dass mir der Tango wirklich besonders aufgefallen ist. Als ich aber neulich eher zufällig, beim Zusammenstellen einer Pugliese Tanda, entdeckte, wie viele Versionen es von diesem Tango gibt (60 and counting), hat mich das neugierig gemacht.

Und ich habe festgestellt: Bei Tango Orchestern war (und ist!) der Tango Chiqué sehr beliebt – und bei Showtänzer:inne:n (siehe am Ende). Dagegen habe ich außerhalb des Tango gar keine Adaptionen davon gefunden (obwohl er sich meiner Meinung zum Beispiel für Rock und Jazz-Versionen gut eignen würde). Auch im Elektro-Tango ist Chiqué scheinbar gar nicht angekommen (auch hier würde er gut passen).

Seine Attraktivität könnte er der Tatsache verdanken, dass er auf eine sehr einfache, fast simple Art verdeutlicht, was den Tango (als Musik für TänzerInnen) so faszinierend und aufregend macht: Das Spiel von verschiedenen (Instrument-)Stimmen und Rollen miteinander, ihr divergieren und konvergieren, das Spiel mit ihrer Lautstärke und Geschwindigkeit, mit ihrem Rhythmus und ihrer Melodie.

Bevor ich jedoch näher darauf eingehe, ein paar Worte zur Entstehung, Geschichte und zum Titel dieses Tangos:

Chiqué wurde von Ricardo Luis Brignolo im Jahr 1920 komponiert. Brignolo war Bandoneonist, Pianist und Komponist. Der Titel stammt aus dem lunfardo (Slang der französischen Einwanderer Argentiniens der Unterschicht) wo das Wort chiqué so viel bedeutete wie “Lügen und Vortäuschen” beziehungsweise erweitert auch “Blenden durch falschen Anschein” (Quelle: second.wiki). Den Legenden zufolge schnappte Brignolo den Ausdruck bei einem Auftritt von einer Tänzerin auf und ließ ihn sich erklären:

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Bundestagswahl: Ich gewählt haben.

Bundestagswahl - Briefwahl-UNterlagen

Nachdem ich mich früh festgelegt hatte, wen ich nicht als Regierungchef will, nach der Bundestagswahl, war noch offen, wen ich denn nun wähle.

Meine Entscheidung ist gefallen – und ich habe sie von einem einzigen Thema abhängig gemacht: Dem Klimawandel. Denn in den nächsten vier Jahren werden die Weichen gestellt für die Frage, ob menschliches Leben eine Zukunft hat auf diesem Planeten. Und davon bin ich betroffen (siehe Flutkatastrophe) – aber noch viel mehr mein Nachwuchs.

CDU und SPD haben in den letzten 4 Jahren nachhaltig bewiesen, dass sie nicht gewillt sind, wirklich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Damit raus.

Die Faschisten leugenen den Klimawandel noch immer – und sind auch sonst keine Wahl.

Die FDP ist eine reine Lobbypartei für Industrie-Interessen und wird daher auch nix (wirksames) gegen den Klimawandel unternehmen.

Also blieben für mich Grüne, Linke und Piraten.

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Laschet verhindern #LaschetVerhindern

Armin Laschet (CDU) verdrückt sich.

Ich habe persönlich nichts gegen Armin Laschet. Ich kenne ihn nicht persönlich und weiss wenig über ihn. Natürlich reicht, dass was ich weiss (z.B. die Affäre mit den Jura-Klausuren damals) dafür aus, ihn menschlich und charakterlich nicht für geeigent zu halten, Bundeskanzlerin zu werden.

Das allein beinflußt zwar meine Wahlenentscheidung, aber wäre allein kein Grund, mich aktiv in den Bundestagswahlkampf einzuschalten. Denn wir hatten schon früher Bundeskanzler/-Präsidenten, die dazu menschlich und charakterlich nicht geeignet waren (z.B. Heinrich Lübke (CDU), Helmut Kohl (CDU)) und auch wenn sie reichlich Schaden angerichtet haben, so waren sie allein dadurch noch nicht im großen Umfang gefählich. Ihre Gefährlichkeit lag eher in der von ihrer Partei CDU vertretenen Programmatik und Politik.

Anders sah ich das 2002, als Edmund Stoiber (CSU) als Bundeskanzler für die Union kandidierte. Ihn hielt ich tatsächlich für einen gefährlichen Scharfmacher, von dessen Person eine Gefahr über seine Partei hinaus ausging. Und auch wenn ich damals keineswegs ein Freund von Gerhard Schröder (SPD) war, so beschloss ich 2001, eine Kampagne mit dem Titel “Stoiber darf nicht Kanzler werden” zu starten, die dann auch einen (möglicherweise nicht geringen) Teil dazu beitrug, dass die Union bei der Bundestagswahl unterlag. Und auch wenn Gerhard Schröder in der Folge einiges politisch, kulturell und vor allem sozial verbockt hat, so bin ich doch bis heute überzeugt, dass Stoiber noch viel größere Schäden angerichtet hätte.

Armin Laschet halte ich – in der gegenwärtigen Situation – ebenfalls für gefährlich. Ja, inzwischen sogar für weit gefährlicher als seine Vorgänger als Kanzlerkandidaten. Denn er hat bewiesen, dass er – ohne jedes Rückrat – zu jeder Schandtat bereit ist, wenn sie ihm denn zu einem Vorteil verhilft:

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Die Dummheit weniger schadet Allen

Ich bin wütend über die Dummheit – aber dagegen können wir was tun.

Wenn wir jetzt wieder Kulturveranstaltungen einschränken und die Normalisierung verschieben, weil einige Leute meinen, ungeimpft in den Urlaub fliegen zu müssen - dann bin ich dringend dafür, Impfungen zur Voraussetzung für Flugreisen zu machen.
Wenn wir jetzt wieder Kulturveranstaltungen einschränken und die Normalisierung verschieben, weil einige Leute meinen, ungeimpft in den Urlaub fliegen zu müssen – dann bin ich dringend dafür, Impfungen zur Voraussetzung für Flugreisen zu machen.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Auch wenn ich gegen eine allgemeine Impf-Pflicht bin (aus Verfassungs-rechlichen Gründen), so ist der Schaden, den die Impf-Verweigerer und die Impf-Faulen derzeit anrichten, doch so groß, dass ich aktiv für weitgehende Einschränkungen für jene plädiere, die nicht 2 Impfungen nachweisen können.

Natürlich nicht bei lebenswichtigen Dingen. Aber bei allem, was dem reinen Vergnügen oder nur dem Eigennutz dient und bei dem Andere potentiell angesteckt werden könnten. Also: Sport, Kultur, Konzerte, Fitness-Center, Kino, Hotels, Flugzeuge, Bahn, … usw.

Auch halte ich es für essenziell, dass Menschen, die beruflich mit anderen Menschen zu tun haben, geimpft sein müssen.

Und wer sich nicht impfen läßt, der sollte natürlich trotzdem behandelt werden, wenn er dann Corona bekommt. Aber die Behandlngskosten sollten dann nicht die Krankenkassen (also die Allgemeinheit) zahlen müssen, sondern die Imfverweigerer/-verweigerinnen bitteschön komplett selbst.

Denn eine Impfung ist billig – die Corona-Folgen für die Allgemeinheit aber sind teuer.

Und nein, das ist kein Versuch, Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, dazu zu zwingen. Es geht mir nur darum, die Allgemeinheit vor den Folgen dieser individuellen Entscheidung zu schützen. Wer darauf besteht, nicht geimpft zu werden, der darf das gern in seiner eigene Wohung, in seinem Auto praktizieren. Aber auf den Umgang mit Menschen, die er/sie anstecken könnte, muss er/sie wohl für eine Weile verzichten.

Jeder Mensch hat Respekt verdient

Gastbeitrag von Ronja Räubertochter

Obdachloser in München neben CSU Plakat
Obdachloser in München neben CSU Plakat

Ich habe gestern mit einem Obdachlosen Schuhe, ne Hose und nen Döner gekauft.

Es fing damit an, dass er mich mit Händen und Füßen nach nem Kaffee gefragt hat. Es hatte 10 Grad und strömenden Regen. Hatte mir gerade einen gekauft und ihm den frischen gegeben. Ich meinte für Zucker, soll er in das Kaffeeverkaufsgeschäft.

Er wurde von der Verkäuferin laut beschimpft und er solle gevölligst woanders seine Läuse verteilen. Das war die selbe Verkäuferin die mir zwei Minuten hoch freundlich Zucker angeboten hatte und mir einen schönen Tag gewünscht hat.

Ja, die Nerven liegen momentan bei allen blank. Ja, das Geld ist überall knapp. Aber der junge Mann wollte nur Zucker von einem gekauften Kaffee.

Ich habe der Dame sehr deutlich meine Meinung gesagt und ihm dann einen Döner nebenan gekauft, da die das mitbekommen haben, gab es den Döner für 50 Cent.

Der junge Mann hat kaputte Hausschuhe und Hose. Also sind wir zum nächsten Laden, da gab es aus dem Fenster raus neue Sneaker und ne Jeans. Der Verkäufer hat die Hälfte übernommen.

Ein Anderer kam und hat ihm ne Hand voll neuer ffp2 Masken geschenkt. Mehr ging dann weder zeitlich noch finanziell. Aber dieses Verhalten der Kaffeeverkäuferin konnte ich so nicht stehen lassen und es war erstaunlich wie schnell sich Andere solidarisch gezeigt haben.

Die Wenigsten suchen sich ein Leben auf der Straße aus oder finden es toll zu betteln. Aber jeder Mensch hat Respekt verdient! Und Zucker im Kaffee, wenn er das will!

Ich bitte euch deshalb, das nächste mal an diese Geschichte zu denken, wenn ihr nach nem Kaffee gefragt werdet. Es muss nicht Geld sein, aber bitte behandelt die Leute mit Anstand und nicht wie Dreck, nur weil sie dreckig sind.

Danke!

So geschehen in Darmstadt.

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Vorsicht bei der Mina-Blockchain

Mina Logo

Aufgefallen war mir die Mina Blockchain wegen ihrer Behauptung, die kleinste Blockchain überhaupt zu sein. Ein paar hundert Kilobyts groß sei sie nur, wurde in einer Pressemitteilung behauptet und auch so auf der Web-Seite. Da wollte ich natürlich verstehen, wie das funktionieren kann. Aber zumindest auf der Web-Seite konnte ich erst mal nur Marketing-Sprüche finden, keine (verständliche) Erklärung, wie ein Ledger so klein sein kann.

Seit meinem ersten Besuch vor ein paar Tagen hat sich die Web-Seite verändert. Die oben zitierte Behauptung ist verschwunden (leider hab ich keinen Screenshot gemacht). Eine intuitive Erklärung fehlt jedoch immer noch. Ist Mina ein vertrauenswürdiges Projekt oder vielleicht doch nur ein Scam?

Erstes Fazit: Trotz ein paar positiven Beobachtungen, die nicht darauf hinweisen, dass Mina eine reine Abzocke ist, konnte ich (über die fehlende Intuitivität der Erklärung hinaus) einige Beobachtungen machen, die mich bei diesem Projekt eher zum Zweifel an der Seriösität des Unternehmens neigen lassen. Hier meine (vorläufige Analyse):

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Elektromobilität in Darmstadt

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Gastbeitrag von Mathias Mischler

Auf der Suche nach einer Ladestation 1: Rheinstraße -  beide belegt.
Auf der Suche nach einer Ladestation 1: Rheinstraße – beide belegt.

Schon vor einigen Jahren habe ich angefangen, mich für die Elektromobilität zu interessieren. Ich bin zu einigen Händlern gegangen und habe verschiedene Modelle Probe gefahren. Die zügige Beschleunigung, der saubere Motor, die günstigeren Verbrauchskosten im Vergleich zu einem Verbrenner und das „mehr Spaß“ beim Fahren hat mich dann in den folgenden Monaten nicht mehr losgelassen.

Vor zirka zwei Jahren dann (2019) haben wir uns ein Elektroauto gekauft – ein Franzose ist es geworden – und der Verbrenner wurde verkauft.

Die Elektromobilität mit Akku hat sehr zu unserem Fahrprofil gepasst: Viele Fahrten in der Stadt, viele Fahrten in die nähere Umgebung (50-80 km) und ab und zu mal ein paar weitere Fahrten. Und das bekommt man mit ein wenig Organisation und im Internet nach Ladestationen recherchieren einfach gewuppt. Und das, obwohl wir in einem Mehrfamilienhaus wohnen und vor allem auf die öffentlichen Lademöglichkeiten angewiesen sind.

In Darmstadt habe ich mich auch zunächst gut aufgehoben gefühlt. Es gab genug Lademöglichkeiten für die wenigen Elektroautos. Und es war eigentlich abzusehen, dass der Ausbau in dem Tempo weiter fortgeführt wird, wie er begonnen hat. Andere Städte hatten schon gerne mal die Nase vorn. Mehr Ladesäulen, teilweise vergünstigtes oder kostenloses Laden (Rheinland-Pfalz), attraktive Ladeplätze. Dennoch war es so verkehrt in Darmstadt nicht. Erst.

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Wie finde ich mein Glück?

Ein Lehrer gab allen Schüler:innen der Schule einen Ballon.

Aufgabe1: Sie sollten ihn aufblasen sollte, seinen Namen draufschreiben und ihn in den Flur der Schule werfen. Der Lehrer hat dann alle Ballons gemischt.

Luftballon sind wir Glück

Ergebnis: Siehe Bild.

Aufgabe 2: Die Schüler:innen bekamen nun 5 Minuten Zeit, um ihren eigenen Ball zu finden.

Ergebnis: Trotz ereignisreicher Suche hat niemand seinen Ball gefunden.

Aufgabe 3: Der Lehrer gebot dann den Schüler:innen, den ersten Ball zu nehmen, den sie fanden hatten, und ihn der Person übergeben, deren Name drauf stand.

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