Archiv der Kategorie Journalismus

Offener Brief: Werbung der Rewe Gruppe in der Bild

Bild KritikSeit langem beobachte ich, dass die Schlagzeilen und „Artikel“ der Bild maßgeblich dazu beitragen, Vorurteile zu verfestigen und weiter zu verbreiten, die Völkerverständigung zu unterlaufen und Hass und Gewalt in die deutsche Gesellschaft zu tragen. Mit Journalismus jedenfalls hat dieses Blatt nichts, aber auch gar nichts zu tun. Dabei ist keineswegs beruhigend, dass die Hetze der Redakteure dieses Blattes täglich „nur noch“ von 2 Mio Menschen gekauft (und von vielen mehr gelesen) wird.

Angesichts der derzeitigen Eskalation von Brandanschlägen, rechter Gewalt und Propaganda gegen Flüchtlinge habe ich mich entschlossen, nicht länger tatenlos zuzusehen, wie Hass verbreitet wird. Ich halte die Bild für eine wesentliche Ursache davon (jedenfalls deutlich einflussreicher als zum Beispiel NPD oder AfD).

Deshalb habe ich mich einer Initiative angeschlossen, die dort ansetzt, wo für die Verantwortlichen der Schmerz beginnt: Bei den Profiten. Bild würde nie erscheinen, wenn der Springer Verlag nicht mit Werbung riesige Profite machen würde. Bild gäbe es nicht ohne die Anzeigen großer deutscher Lebensmittelkonzerne.

Hauptanzeigenkunde ist schon seit einer Weile die Rewe Gruppe – vor allem für ihren Discounter „Penny“. Für diesen wird fast jeden zweiten Tag eine Anzeige auf der Titelseite der Bild geschaltet. Finanziert wird diese Werbung aus den Umsätzen, die die Kunden in den Läden der Rewe Gruppe mit ihren Einkäufen generieren.

Folgenden offen Brief habe ich deshalb gestern für die #Bildboykott-Gruppe an den Rewe Konzern geschrieben:

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Drama in drei Akten: Wenn der Döpfner in Darmstadt den Datterich…

1. Akt: Einführung & Vorspiel

 

Für alle werten LeserInnen, die außerhalb der Bundesligastadt Darmstadt zu Hause sind: Der „Datterich“ ist eine Darmstädter Lokalposse von Ernst Elias Niebergall aus dem Jahr 1841 in südhessischer Mundart. Die Posse ist bis heute ein bedeutender Teil der Darmstädter Identität.

Das Stück ist die Geschichte des „genialen Schnorrers“ Datterich, eines entlassenen, versoffenen Finanzbeamten. Der „Datterich“ ist charakterisiert als der „typische“ Darmstädter: Vorlaut, schlitzohrig, immer auf seinen Vorteil bedacht. Ein Kernsatz:

„Bezahle, wenn mer Geld hat, des is kah Kunst, aber bezahle, wenn mer kahns hat, des is e Kunst….“

(Quelle: Wikipedia)

Theaterprojekt: Schulden. Eine Befreiung!

Bild-Quelle: Theaterprojekt: »Schulden. Eine Befreiung!«

Für alle werten LeserInnen, die wenig über die Stadtgrenzen Darmstadts hinausschauen / hinausdenken: Mathias Oliver Christian Döpfner (* 15. Januar 1963 in Bonn) ist als Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienunternehmens Axel Springer SE der Herausgeber einer Publikation, die seit einigen Jahren ständig und ausdauernd gegen „die Griechen“ hetzt, weil die Oberschicht des Landes genau das getan hat, was der Datterich zu seinem Lebensmotto erhoben hat: Geld auszugeben, dass sie nicht haben. Die „BILD“ genannte Publikation verfälscht zu diesem Zweck gern auch Tatsachen und verdreht Fakten und torpediert mit dem Aufbau und der Pflege von Vorurteilen die Völkerverständigung (hier: ein furchtbares Beispiel, wie sich die Bild-Hetze im Alltag n Deutschland auswirkt). Herr Döpfner verdient u.a. mit dieser Hetze jedes Jahr einige Millionen Euro.

Damit wären die Hauptpersonen des Dramas vorgestellt. Nun müssen sie noch zusammen kommen. Und das ging so:

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Darmstädter Kulturmagazine

Kulturnachrichten DarmstadtIn meinem Artikel „Kunst und Kultur in Darmstadt stärken“ schlage ich als eine Maßnahme vor, die Verbreitung der lokalen Veranstaltungsmagazine und Programme zu fördern. Nun, ich will den Anfang machen, und hier schon mal die wichtigsten Kulturmagazine vorstellen:

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Wie der Hass entsteht… dank Springer

Hass durch Springers BildUm das mal aus Anschauungs-Gründen nur ein klein wenig zu überzeichnen:

Die Deutsche Bank, „der Deutsche“ und „der Grieche“ haben € 100 Mio im EZB Lotto gewonnen und müssen das Geld aufteilen. Die Deutsch Bank behält €90 Mio zuzüglich € 9 Mio Bankgebühren und € 999.998 Provioson.
Davon zahlt sie € 2Mio an den Springer Verlag für PR-Anzeigen („Welt“, „Bild“, etc.).

Kai Diekmann schreibt in der „Bild“: „Vorsicht Deutscher, der Grieche will dir deine Euros wegnehmen!!!!!“

Und demnächst werden deutsche Nazis auf der Straße Griechen angreifen.

 

Journalismus wäre vielmehr, darauf hinzuweisen:

„Es sei […] darauf hingewiesen, dass mit den Milliarden aus dem zweiten Hilfspaket, das jetzt verlängert wird, […] vor allem die europäischen Banken […] vor einem Kollaps bewahrt werden müssen, sollten ihre Kredite an Griechenland platzen.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 27.2.2015

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Kunst & Kultur in Darmstadt stärken

Theater Moller Haus. DarmstadtVor kurzem stellte ich hier fest, dass Darmstadt als Kunst- und Kulturstandort unterschätzt ist. Seitdem habe ich überlegt, was „man“ tun könnte, um das zu ändern. Hier ein paar (unvollständige) Ideen dazu, in der Hoffnung, „jemanden“ zu inspirieren. Ergänzungen sind natürlich gern gesehen.

  • Aktive Weiterempfehlung von interessanten Aufführungen, Ausstellungen und Events
  • Förderung der Verbreitung der Veranstaltungsmagazine und Programme (Du kannst sie zu dir nach Hause bringen lassen)
  • Mehr (aktive!) lokale Blogs!
  • Eine Streit- und Diskussionskultur über Inhalte und Qualität von Kunst (jede Diskussion über Kunst hilft dieser!)
  • Eine besser/interessanter geschriebene (kritischere) Berichterstattung über Kunst und Kultur in der Lokalpresse
  • (Werbe-) Kooperationen zwischen den Veranstaltern (auch in der Region)
  • Mehr Wertschätzung von Kunst und Kultur als Standortfaktor durch BürgerInnen und Unternehmen
  • (Über reines Sponsoring hinaus gehende) Kooperationen zwischen Kunst/Kultur und lokalen Unternehmen / Geschäftsleuten
  • Seminare über Marketing & PR speziell für Künstler, Kulturschaffende und Veranstalter
  • Seminare für besserer Marketing-Materialien (Texte, Fotos, Videos) für Künstler, Kulturschaffende und Veranstalter

Und, nein das ist nicht die Aufgabe der Politik und Verwaltung. Die sollen sich um die wichtigen Dinge kümmern! Unsere Stadt müssen wir schon selbst gestalten.

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Medienkompetenz 101*

Rainer Bauer alias Herbert FaulhaberImmer häufiger bekomme ich (über verschiedenste Kanäle, meist aber Facebook) in letzter Zeit obskure Nachrichten und Links geschickt  – auch von Leuten, von denen ich eigentlich viel halte. „Obskur“ nennen ich Beiträge und Links, die bereits auf den ersten – oder zumindest nach einem zweiten, etwas genaueren – Blick als offensichtlich falsch, extrem unwahrscheinlich oder maßlos übertrieben zu erkennen sind. Nicht selten sind dabei Sachen, die aus der rechtsextremen Ecke kommen – die man also besser gar nicht weiterverbreiten sollte.

Früher war das einfach: Das gab es die Zeitung und entweder man glaubte, was darin stand, oder glaubte es nicht oder man behauptete, es nicht zu glauben, ließ sich aber trotzdem davon beeinflussen. Und die Redakteure der Zeitung trafen für uns die Auswahl – sie bestimmten, was wir zu sehen bekamen, aber sie sorgten auch dafür, dass sich die Falschinformationen auf ein Minimum reduzierten (Ausnahme: Gewisse Blätter der Springer Presse, die bis heute gezielt mit Lügen und Verdrehungen arbeiten).

Heute ist das schwieriger: Im Internet findet sich – neben vielen nützlichen und wichtigen Informationen- auch jeder Blödsinn, den man sich ausdenken kann. Manches davon ist einfach dumm, manches sehr fantasievoll, manches gute Fiktion, manches ironisch und Vieles soll uns sogar gezielt manipulieren.

Zwischen seriösen und unseriösen Quellen unterscheiden zu können, nennt man Medienkompetenz. Und leider muss ich regelmäßig feststellen, dass manche meiner Bekannten und Netzkontakte da scheinbar wenig erfahren sind. Einige leisten sogar – sorry! – recht regelmäßig ihren persönlichen Beitrag zur Verdummung der Welt. Klingt das arrogant? Überheblich?

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Fast 15 Minuten Ruhm

Kameramann und RedakteurWas würden Menschen für die berühmten „15 Minuten Ruhm“ tun? Wie weit würden sie gehen?

Was mich betrifft, steht zumindest fest, wozu ich bereit bin für einen Auftritt im Zweiten Deutschen Fernsehen zur besten Sendezeit:

Ich stehe an einem Sonntagmorgen um 8 Uhr auf.

Zugegeben, es wäre für einen „guten Zweck“ gewesen, es wären wohl keine 15 Minuten gewesen, der Abend vorher in der Linie Neun war zwar lang, aber keineswegs zehrend und ich bin auch schon für weniger spektakuläre Dinge sonntags um 8 Uhr (oder früher) aufgestanden.

„Wäre… gewesen.“ Denn der Beitrag wurde zwar gedreht, aber er wird wohl nicht gesendet werden, da die Redaktion das Thema kürzen musste und der Teil mit mir dadurch rausgefallen ist. Bin wohl nicht spannend genug (bzw. mein Fall). Trotzdem hier meine Schilderung des Drehs:

Am Sonntagmorgen stand jedenfalls um kurz nach 9 Uhr das Kamerateam vor der Tür. Ein Schmink-Team hatten sie übrigens nicht mitgebracht – falls man mir das Morgengrauen also trotz sorgfältiger Vorbereitung ansieht, liegt es definitiv daran.

Es ging um das Thema „Geschäftsmodell Mahngebühren“ (reißerische Bezeichnung meinerseits) und mein Betrag resultierte aus meinen persönlichen Erfahrungen mit den Praktiken der Firma Unitymedia.  Das Thema soll (so der Plan) in der ZDF WiSo Sendung am Montag, 15.12.2014, mit mehreren Beiträgen illustriert werden. Die Unitymedia liegt mit 15 Euro Mahngebühren wohl schon ziemlich weit oben in der Rangliste der Mahngebührenabzocker (für weitere Unternehmen, siehe die Sendung), habe ich heute erfahren. Rechtlich zulässig ist jedoch nur, tatsächlich entstandene Kosten (Papier, Porto, Eintüten, Spucke …) zu berechnen – deutsche Gerichte setzen den zulässigen Betrag wohl in der Regel mit € 2,50 fest – wenn sie denn konsultiert werden. Den Rest des Eintrags lesen. »

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11. September in Darmstadt – die Debatte tobt

Kunstaktion durmstädter Brandnamen - Luise Bostonian beschreibt die MethodeHeute jährt sich die Darmstädter Brandnacht zum 70sten Mal. Und in Darmstadt gibt es eine heiße Debatte über den richtigen Umgang damit. Sollte man an das Ereignis erinnern? Darf man der Opfer gedenken? Was lernen wir daraus?

Zentrum der Kontroverse ist die Kunstaktion Durmstädter Brandnamen, die das Leid der Opfer ent-tabuisieren (und zum Nachdenken über Gewalt und Krieg anregen) möchte, ohne die Verbrechen der Nazis zu verharmlosen. Dieser Ansatz hat zahlreiche Kritiken und Kritiker hervorgerufen. Nicht unwesentlich  bin ich daran mit meiner Rezension und (wichtiger!) meiner Kritik beteiligt.

Dafür habe ich vom Künstler eine gepfefferte Kritik erhalten, die meine Position jedoch falsch darstellt und auf Vorwürfe antwortet, die ich so gar nicht erhebe. Ein Verteidigungs-Reflex? Ich werde antworten (habe das aber bisher nicht geschafft).

 

Eingebettet (und kaum davon zu trennen) ist die Diskussion natürlich in die (bundesweite) Bomber-Harris Debatte – auch wenn es dabei nicht um das Leid geht, sondern um die Bewertung der Bomben auf deutsche Städte im Allgemeinen.

Julia Schramm püber Bomber Harris

In diesem Kontext ist wohl auch die Reaktion des AStA der TU Darmstadt zu sehen, der die Kunstaktion scharf angreift:

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Thomas Müller entlarvt saudumme Journalisten-Frage

Früher galten Fussballspieler ja nicht als die hellsten Köpfe. Sogar Otto Waalkes lästerte mal: „Libero – das kommt von griechisch Libri, das Buch. Das ist der einzige Spieler auf dem Platz der Lesen kann.“

Heute ist das zum Teil ja ganz anders – immer wieder erlebe ich, dass sogenannte „Journalisten“ dumme Fragen stellen und von Fußballern kluge Antworten kommen.

Eine gnaz krassen Fall von verdummender (und irrelevanter) „Journalisten“-Frage entlarvte Thomas Müller gestern bei der DFB Pressekonferenz mit einer einfachen Gegenfrage:

Thomas Müller

Thomas Müller

Was lernen die Journalisten heute eigentlich in ihrer Ausbildung? Schämen die sich nicht?

 

 

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Führt der Ukraine-Konflikt zu einem 3. Weltkrieg? Mir egal?

Bisher hielt ich ja die RTL2 Zuschauer für die dümmsten Menschen in Deutschland. Nun aber haben sich die Kabel 1 Zuschauer eindrucksvoll für diesen ruhmreichen Platz beworben: Auf die TED-Frage:

„Führt der Ukraine-Konflikt zu einem 3. Weltkrieg?“

entschieden sich 21,2 % für ein „Ja“, 16,4% waren weniger ängstlich und entscheiden sich für ein „Nein“, 6,8% trauten sich nicht zu, dieses Frage zu beantworten und (ACHTUNG!) beindruckende 55,5% halten einen Weltkrieg für so wenig relevant für ihr Leben, dass sie mit „Mir egal“ stimmten:

3. Weltkrieg? Kabel 1 Zuschauern ist das egal!
Quelle: Netzfundstück

Durchatmen. Weltkrieg? Egal, hauptsache die Kiste läuft weiter und die Hartz-Asche kommt rüber? Damit ich 25 Cent für so einen Anruf ausgeben kann? Gibt es wirklich Menschen, die so dumm sind, zu glauben, dass nach einem 3. Weltkrieg noch etwas so sei wie zuvor? Das es in Europa noch Fernsehen gibt (- das wäre jetzt sogar mal ein Argument FÜR einen Weltkrieg) ? Einen Staat gibt? Irgendwas Lebendes gibt?

Was ich viel mehr fürchte als einen Krieg wegen der Ukraine-Krise, ist diese Dummheit!

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