Archiv der Kategorie Bildungspolitik

Soziale Selektion beim Zugang zum Studium

Sehr aussagekräftige Grafik:

Grafische Darstellung der unterschiedlichen Chancen von Akademiker-Kindern und Nicht-Akademiker-Kindern

Soziale Selektion beim Zugang zum Studium

 

Von 100 Akademiker-Kindern schaffen es immerhin 71 bis zum Studium. Sind die Eltern keine Akademiker, schaffen es nur 24. Auffällig, das die Selektion nicht nur in der Schule stattfindet, sondern darüber hinaus reicht: Selbst von den wenigen Kindern ohne Akademiker-Eltern, die die Hochschulreife (also das Zeug zum Studieren hätten) erreichen, beginnt fast die Hälfte kein Studium. Denn ein Studium kostet Geld.

 

Siehe auch:

Wohlstand für alle?

Oh wie schön ist Panama: Wozu Off-Shore Firmen verwendet werden

Negativer Zins – durch Wirtschaftstheorie zu erklären?

Offener Brief: Werbung der Rewe Gruppe in der Bild

Kritik an der Kritik an der Ideologie vom totalen Buchmarkt

Hessen: I-Pads für Schulen

Die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hat in eine aufsehen erregenden Pressemitteilung angekündigt, 100 Schulen und Kindergärten in Hessen mit I-Pads auszustatten

Wie die Ministerin gestern mitteilte, sei es ihr – auf Vermittlung ihres neuen Staatssekretärs Hirschler – gelungen, einen großen Posten I-Pads von einem hessischen Hersteller zu einem unglaublich günstigen Preis zu beschaffen.

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Tagung: Ziffernnoten – Anreiz oder Leistungsbremse?

 

„Ziffernnoten eine wesentliche Rolle im Schulalltag. Sie raubt den Lehrkräften enorm viel Arbeitszeit und trägt als Selektionsinstrument zu oberflächlichem Lernen für den Test und zur Demotivierung der Lernenden bei.“

Auch ich habe mich ja schon mehrfach kritisch bis ablehnend zur Notengebung geäußert. Am Mittwoch, 29. Februar 2012,  gibt es eine Tagung in Köln, die das Thema aufgreift. Ich zitiere aus dem Programm:

Die pädagogische Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Noten ist nicht neu – aber die eindeutigen wissenschaftlichen Befunde, die sowohl die Objektivität als auch die Bedeutung von Noten für die Lernenden außerordentlich kritisch beleuchten, haben in der Praxis wenig Niederschlag gefunden. Nach wie vor spielt die Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten eine wesentliche Rolle im Schulalltag. Sie raubt den Lehrkräften enorm viel Arbeitszeit und trägt als Selektionsinstrument zu oberflächlichem Lernen für den Test und zur Demotivierung der Lernenden bei. Im Kontext der Förderung einer individualisierenden Lernkultur, in der der Lernende im Mittelpunkt steht, muss die Diskussion um Sinn und Zweck von Leistungsbewertung neu geführt werden.

Die Tagung soll laut Veranstalter einen Anstoß geben und einen Beitrag zu einer Veränderung überkommener Sichtweisen in diesem zentralen schulischen Betätigungsfeld leisten. Sie will zum einen die Wissenschaft zu Wort kommen lassen. Zum anderen will sie auch hervorragende Beispiele aus Schulen und aus der Lehrerbildung, die neue Formen der individuellen Evaluation von Lernergebnissen seit langem praktizieren oder neu erproben, vorstellen.

Das Eingangsreferat wird Prof. Georg Lind, Universität Konstanz (meine Uni!), halten. Insgesamt sind 12 bis 15 Workshops und ein Abschlussplenum mit einer Podiumsdiskussion geplant. Hier das Tagungsprogramm (PDF, könnt ihr auch ausdrucken und weiterverteilen).

Veranstalter der Tagung sind: Forum Eltern und Schule, Dortmund und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband NRW.

Kosten: € 15,00 (inkl. Imbiss und Pausengetränke)
Ermäßigung: Studierende: € 5,00
Schüler: kostenlos

Zu der Veranstaltung könnt ihr euch sich online anmelden:

http://www.weiterbildung-fuer-schulen.de/programm/2012-01/seminare/e1_.html

 

 

 

 

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Sir Ken Robinson: Do schools kill creativity?

 

http://www.youtube.com/watch?v=iG9CE55wbtY

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Zitate zu Bildung

Kinder sind keine Fässer, die gefüllt,  sondern Feuer, die entfacht werden wollen.

(Rabelais, 1490 – 1553)

 

„Natürlicher Verstand kann jeden Grad Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“

A. Schopenhauer

 

„Ich kann auch nicht lesen und schreiben, aber ich bin gebildet!“

Oliver Hardy

 

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles Gelernte wieder vergessen hat.“

diverse

„Unter Bildung vesteht man das Vermögen, die Dinge vom Standpunkt eines Anderen aus betrachten zu können.“

G.W.F. Hegel

 

„Education is a self organising system, where learning is an emergent phenomen …“

Sugata Mitra

 

If children have interest, than education happens.

Sugata Mitra

 

 

Definition Bildung

Das Verhältnis zwischen Wissen, Bildung, Fakten, Methoden und Kompetenzen grafisch dargestellt

Das Verhältnis zwischen Wissen, Bildung, Fakten, Methoden und Kompetenzen graphisch dargestellt

 

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Linksammlung Bildungs(politik)konzepte

Laborschule Bielefeld

Pädagogische Leitlinien

http://www.uni-bielefeld.de/LS/laborschule_neu/dieschule_paedagogischeleitlinien.html

Menschengerechte Erziehung und Bildung
von Marion Wolf
http://blog.neunmalsechs.de/2011/11/29/menschengerechte-erziehung-und-bildung/

Pädagogisches Konzept der Freie Aktive Schule Karlsruhe (Grundschule)
http://www.faska.de/Bilder/Konzept-Schule.pdf (PDF)

Entwurf für ein Bildungsprogramm
von Udo Riechmann
http://www.piratenpartei-frankfurt.de/content/entwurf-f%C3%BCr-ein-bildungsprogramm

Nova Schola
von Christian Hautmann
https://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA306
Kritische Anmerkungen dazu: https://ak-bildung-hessen.piratenpad.de/NovaSchola

Führung und Bildung

„….dass Erziehung wesentlich Führung bedeutet: Erziehung bedeutet liebevolle, aber klare Anleitung.“

schreibt Jochen Krautz in seinem Artikel „Bildung als Anpassung? Das Kompetenz-Konzept im Kontext einer ökonomisierten Bildung“.

Führung ist jedoch ein Begriff mit viele Facetten, die (für mich) in gleich mehrfacher Beziehung zum Bildung und Schule stehen.

Der Begriff wurde (abgeleitet von seiner technischen Herkunft aus dem mittelhochdeutschen: vüerunge = Lenkvorrichtung) ursprünglich intensiv im Militär verwendet und beschreibt die Fähigkeit eines Anführers seine Untergebenen anzuleiten und geht über das klassische Befehl und Gehorsam hinaus (auch wenn dieses seinen Kern beschreibt).

Vom Militär hat der Begriff seinen Weg in die Politik und die Geschäftswelt gefunden. In Deutschland ist der Begriff in der Politik seit dem GröFaZ* ein wenig verpönt-  gerade in der CDU / CSU aber immer wieder Thema. In den USA ist das Kriterium, ob ein Kandidat für ein bedeutendes politisches Amt auch gut „führen“ könne, eine Frage, das insbesondere von der US-Presse immer wieder aktiv gestellt wird. Im Kern ist hier das Gegenteil von Basisdemokratie – der führende Politiker weiß, was das (zu ihm heraufschauende) Volk braucht und führt es  –Moses gleich – ins gelobte Land.

In der Politik ist heute das militärische Prinzip „Befehl und Gehorsam“ weitgehend abgelöst und durch Öffentlichkeitsarbeit, Rhetorik, Manipulation und gelegentliche Forderung nach „Geschlossenheit“ und „Disziplin“ ersetzt worden (was letztlich nix anderes heißt als: Macht gefälligst, das die Führung will) .

Anders in der Geschäftswelt. Diese hat sich zum Beginn der Industrialisierung sich in vielen Aspekten am Militär orientiert. Durch die Drohung mit Entlassung konnte auch hier das Prinzip „Befehl und Gehorsam“ durchgesetzt werden – einer der Gründe übrigens, warum Unternehmen bis heute kein Interesse an Vollbeschäftigung haben.

Heute gilt das weiter – ein Arbeitnehmer muss das tun, was sein Vorgesetzter ihm sagt. Die Sanktionsmöglichlkeiten sind differenzierter geworden – Gehaltssteig, Ehrungen, „leistungsbezogene“ Gehaltsanteile, Aufstiegschancen, Zeugnisformulierungen, Aufgabenverteilung und Urlaubsbewilligung sind als „Führungsinstrumente“ hinzugekommen.

Doch die militärisch geprägten Strukturen zeigen sich heute – aus verschiedenen Gründen – dem den Anforderungen moderner Geschäftswelt nicht mehr vollständig gewachsen. Neue Methoden, die ohne die alten „disziplinarischen“ Elemente auskommen müssen, sollen Unternehmen (wieder) wettbewerbsfähig machen: Projektmanagement, agile Entwicklung, die Matrix-Organisation, die Projektorganistation.

Hier funktioniert Führung ohne Sanktionen (zumindest ohne direkte Sanktionen) oft auch tatsächlich. Warum?

Betrachten wir Projektmanagement als Beispiel: In Projekten arbeitet ein Team innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen an der Erreichung eines Zieles und kann viele Entscheidungen selbst treffen, ungewöhnliche Wege gehen und über die Abläufe, Methoden und Zuständigkeiten selbst entscheiden. Hier wurde die Fremdbestimmung reduziert, was in der Regel zu deutlich höher Motivation führt. Man kann auch einen direkten Zusammenhang zwischen Projekterfolg und Freiheiten bei den Rahmenbedingungen feststellen: Je weniger eng Rahmenbedingungen sind, desto erfolgreicher sind Projekte in der Regel.

Sehen wir uns nun die Schule an: Auch die Schule ist in vielen Aspekten an der Militär angelehnt. Die Offiziersmesse heißt hier Lehrerzimmer und der Wachdienst Tafeldienst. Führung in der Schule funktioniert nach Befehl und Gehorsam plus etwas Manipulation. Auch die von Krautz gehuldigte „liebevolle“ Führung ändert nichts daran, sondern nimmt dem System nur seine Ecken und Kanten. Grundsätzlicher Dissens und Rebellion kann nicht geduldet werden.

„Erziehung bedeutet, eine Auslese der Welt durch das Medium der  Person auf eine andere Person einwirken zu lassen.“ (Krautz, ebenda)

Wenn aber Führung in der Schule so aussieht, das sowohl die „Auslese der Welt“ als auch das Medium anderen Personen aufgezwungen wird – wird sich immer ein Teil der Bezwungenen wehren – sei es durch (wie auch immer geartete Rebellion) oder durch Entzug – die (in Unternehmen weit verbreitete) „innere Kündigung“. Denn es ist wesentlicher Teil unseres Mensch-seins, Fremdbestimmung abzulehnen. Nicht immer und nicht überall, aber immer wieder. Und wo Macht gebraucht wird, um uns zu brechen, weiche wir aus, entwinden wir uns nach Möglichkeit dem Druck.

Ich möchte hier argumentieren, dass der  Bildungsbegriff Krauts idealistisch und verkürzt ist, weil er Macht und Fremdbestimmung ignoriert. Das entwertet in keinster Weise seine Kritik der Ökonomisierung und doch bin ich der Ansicht, dass  die gegenwärtig Ökonomisierung nur so gut und reibungslos funktioniert, weil Fremdbestimmung an den Schulen bereits vorhanden ist.

Vielleicht können wir aus den Betrachtungen zum Projektmanagement etwas lernen. Ich bin mir sicher, dass der Bildungserfolg dramatisch ansteigen würde, wenn die Schüler erhebliche Mitsprache über die Methoden und Inhalte des Unterrichts bekämen.

Das steht natürlich im krassen Wiederspruch zum bisherigen Bildungssystem, in dem eine ganze Industrie und Kultusbürokratie daran arbeitet, Inhalte, Methoden und Ziele das schulische Lernen haben absolut und für alle haben soll.

* Größter Führer aller Zeiten

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Miese Noten für die Landesregierung

Ich habe neulich ja schon berichtet, dass die hessische Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage vor allem mit der Bildungspolitik der Landesregierung besonders unzufrieden ist.

Aus einer daraus folgenden Diskussion entsprang die Idee, diese Leistung doch einmal an den Vorgaben für Lehrer zur Leistungsbewertung  an Schulen zu spiegeln. Darauf aufbauend erstelle ich der hessischen Landesregeirung folgendes Zeugnis:

 

Zeugnis

Die Landesregierung erhält zum Ende des dritten Jahres ihrer Regierung von den Bürgerinnen und Bürgern Hessens folgende Bewertungen:

Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen 4
Bekämpfung der Kriminalität 4
Familienpolitik und Kinderbetreuung 5
Schul- und Bildungspolitik 5

Angesichts dieser Noten ist eine Versetzung in die nächste Landesregierung zum Ende der Legislaturperiode sehr fraglich.

Angesichts des bevorstehenden Schulwechsels in eine weiterführende Schule empfehlen wir-  angesichts von zwei 5en in den vier Hauptfächern – die Regierungsparteien für die Mit-Regierung in einem der Hauptbundesländer, mit viel Anstrengung vielleicht auch in einem der leichter zu regierenden Realbundesländer. Von der Beteiligung an der Regierung in einem weiterführenden Bundesland oder gar der Bundesregierung raten wir ab.

Mit freundlichen Grüßen

 

Schulleiterin

 

Quelle für die Umfrageergebnisse: Hessischer Rundfunk

Quelle für das Mapping der Umfrageergebnisse auf Schulnoten: Hier, hier und hier

 

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Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

Es sieht nicht gut aus für die hessische Landesregierung – sie hat in einer aktuellen Umfrage ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren.

Besonders interessant jedoch ist, womit die Bevölkerung am unzufriedensten ist: Mit der Bildungspolitik der Landesregierung (und gleich danach:  Familie & Kinderbetreuung).

65% der hessischen WählerInnen sind mit der Bildungspolitik der CDU-/ FDP Landesregierung unzufrieden

65% der hessischen WählerInnen sind mit der Bildungspolitik der Landesregierung unzufrieden

Das ist insbesondere deshalb interessant, weil die Bildungspolitik ja nicht gerade ein Schwerpunkt der Presseberichterstattung in hessischen Medien ist. Viel davon scheint von Schülern, Lehrern und Eltern (wie mir) selbst erlebt worden zu sein.

Auch die von der Kultusministerin zum Schwerpunkt ihrer zukünftigen Arbeit erklärte Reform der Schulverwaltung (Zusammenlegung der Schulämter) und die Ernennung eines (fachlich inkompetenten) Bankers zum Staatssekretär im Kultusministerium dürfte daran nur wenig ändern (wenn nicht sogar die Situatiuon noch weiter verschlimmern).

Konsequent ist, dass die FDP, die ja die Kultusministerin stellt, in der aktuellen Umfrage auf 4% sinkt. Leider hilft das den Schülern, die jetzt durch die Schule müssen, ziemlich wenig.

In der Umfrage erhalten die Parteien folgende Werte: CDU 34%, SPD 30% Grüne 20% Piraten 6%, FDP 4%, Linke 3%, sonstige 3%.

Mehr Infos und Details hier:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_43341660&gallery=1&mMediaKey=mediathek_43344308&b=0

 

Wer sich mehr über Bildungspolitik in Hessen informieren oder aktiv werden will, kann das hier tun:

Mailingliste Bildungsoffensive Hessen

Folgt @akbildung_he auf Twitter

Mailingliste Bildungspolitik der hessischen Piraten

AK Bildungspolitik der hessischen Piraten

Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Grünen

 

Mehr Informationen:

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