Ich bin ja sonst nicht so ein Freund von (Erfolgs-) Ratgeber und Motivationsrezepten, aber das hier finde ich ausnahmsweise mal gut:
Den Rest des Eintrags lesen. »Erfolgreiche Menschen
Apr. 7
Noch bis Ende des Monats (hier: März 2014) ist eine spannende Ausstellung im ZKM in Karlsruhe zu sehen: global aCtIVISm.
Diese Ausstellung ist keine klassische Kunstausstellung. Sie ist eine Konfrontation von politischer Kunst mit einer Sammlung von kreativen Artefakten aus den weltweiten Protestbewegungen der letzten Jahre: Der Proteste im Westen (Occupy, Stuttgart 21, Wikileaks, …) , der breiten Rebellionen und Aufstände in der arabischen Welt, oder der vereinzelten Proteste in Russland (Pussy Riot, …).
Dabei wird deutlich, das die Grenzen zerfließen: Während die Artefakte – Flugblätter, Dokumentationen, Plakate, Zelte, Protest-Installationen, Videos – vor allem praktischen Zwecken und zum Transport inhaltlicher Forderungen dienen, sind die typischen Kunstobjekte meist unpraktische, zum nachdenklichen Betrachten bestimmte Exponate. Doch immer wieder verschwimmt diese Trennung. Weil bei einem Ausstellungsstück nicht klar ist, ob es ein Artefakt ist, dessen ErstellerIn über den konkreten Protestzweck hinaus Kritik an größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen und Denkweisen üben wollte oder ob sich hier einE KünstlerIn in ihren Stil- Ausdrucksmitteln den der Protestbewegungen angenähert hat. Das auf beiden Seiten immer wieder auch mit Ironie und Satire gearbeitet wird, macht die Unterscheidung nicht einfacher – den Besuch der Ausstellung dafür um so unterhaltsamer. Den Rest des Eintrags lesen. »
Luca Sestak – Blame Game
März 20
Luca Sestak ist ein extrem talentierer Jazz, Blues- und Booggie Woggie-Musiker aus Karlsruhe, den ich über eine Internet-Empfehlung kennengelernt habe. Das Video von „Everyday I have the Blues“ hatte mich spontan beindruckt. Und auch seine Eigenkomposition „Laci’s Boogie“ fand ich Klasse. Doch was mich sofort absolut umgehauen hat (und immer noch tut) ist seine Eigenkomposition „Blame Game“ (dt: „Beschuldigungs-Spiel“):
Die Methode der drei Siebe
März 19

Ganz aufgeregt kam ein Mann zu einem Weisen gerannt: „Ich muss dir etwas erzählen. Dein Freund …“
Der Weise unterbrach ihn: „Halt!“ Der Mann war überrascht.
„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“, fragte der Weise.
„Drei Siebe?“, wiederholte der Mann verwundert.
„Richtig, drei Siebe! Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das wahr, was du mir erzählen willst?“
„Ich habe es selber erzählt bekommen und …“
„Na gut. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Das zweite Sieb ist das der Güte. Wenn es nicht sicher wahr ist, was du mir erzählen möchtest, ist es wenigstens gut?“
Zögernd antwortete der Mann: „Nein, im Gegenteil …“
„Dann”, unterbrach ihn der Weise, „lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen, was dich so aufregt?“
“Wichtig ist es nicht und notwendig auch nicht unbedingt.“
„Also mein Freund“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste dich und mich nicht damit.”
(Zen Geschichte)
Ich würde sagen, 50% von dem was in der Presse und im TV gebracht wird, besteht diesen simplen Test nicht. Lasst uns schauen, dass zumindest das, was wir selbst verbreiten, wenigstens einem dieser Kriterien genügt.
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Letztes Jahr bin ich ja erst spät in das Thema „Bürgerhaushalt“ eingestiegen (siehe meine Erfahrungsbericht Bürgerhaushalt 2014). Dieses Jahr habe ich vor, ganz von Anfang an mit zu mischen und eigene Ideen einzubringen, aber auch dazu beizutragen, dass diese Möglichkeit mitzuwirken von noch mehr Menschen wahrgenommen wird.
Diese Woche geht es nun los mit dem Kick-Off:
Am Mittwoch, 19.03.2014 um 19:00 Uhr
in der Turnhalle der Mornewegschule, Hermannstraße 21, 64285 Darmstadt
(Haltestelle Freiberger Platz der Straßenbahnlinie 3, barrierefrei)
Hier informiert die Stadt über den städtischen Haushalt, die Änderungen im Verfahren gegenüber dem Bürgerhaushalt 2014 und nimmt erste inhaltliche Ideen und Anregungen für den Bürgerhaushalt entgegen. Die Teilnahme am Kick-off ist keine Voraussetzung für das Mitmachen beim Bürgerhaushalt.
Ich hatte letztes Jahr schon ein paar grobe Ideen gesammelt, weil es da zu spät war, diese noch einzubringen. Hier noch mal die Themen, die mir damals eingefallen sind: Den Rest des Eintrags lesen. »
Tanze, Singe, Lebe
März 15

Tanze, als wenn keiner zuschaut
Singe, als wenn keiner zuhört
Lebe, als gäbe es kein Morgen.
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Endlich wieder Kriege führen
März 14

Der Pastor segnet schon wieder deutsche Krieghandlungen
(bestochen mit dem Amt der Bundespräsidenten)
bevor er die Soldaten in den Tod schickt
für die Profite der DAX Unternehmen
und sichere Arbeitspätze in der
Mordwaffen-Herstellungsindustrie
Staatsräson statt fünftes Gebot, weil:
Was sollen wir auch sonst machen mit den vielen Arbeitslosen?
Jahrelang haben wir sie mit Hartz mürbe gemacht
jeden noch so beschissenen Job anzunehmen
und an Ego-Shootern trainiert.
Bevor sie jetzt vielleicht eine augenblicklich gänzlich unpassende Revolte
anzetteln
schicken wir sie doch besser zum Krepieren nach
wo immer wenigstens ihr Tod noch deutschen Interessen dient.
Und wo sie vielleicht vorher noch die Flüchtlingszahlen minimieren
bevor die schon wieder medienwirksam im Mittelmeer ersaufen.
Schwere Entscheidungen

zwischen Moral und Pflicht
diese Tapferkeit
diesen Mut
sollte doch unbedingt mit einer Sold-Erhöhung von 10% belohnen werden
nicht für die Todgeweihten
sondern für die unerschrockenen Helden
die solches den BILD-Lesern als unvermeidliche Christenpflicht
verkaufen
müssen
Wo andere deine Euros begehren, da halt ihnen die Waffe an den Kopf
hat doch schon Jesus Christus gepredigt.
In etwa. Grob.
Oder so ähnlich.
Und wenn er denn sein muss,
dann ist so ein Krieg ja noch lange kein Mord.
Wenn so ein Afghane, oder
eine dieser verschleierten, unterdrückten Afghaninnen, oder eines
von diesen großäugigen, ungläubigen Kindern
dort (=weit weg von HIER)

durch deutsche Soldaten
oder deutsche Waffen
(unbeabsichtigt!)
gekillt werden
dann ist das halt
Gottes Wille!
und auf keinen Fall
so schlimm
wie die Pille danach.
AMEN
Weitere Lyrik von Arthuro de las Cosas:
in music
crazy me
w/ and w/out you
Todfeinde zu unseren Gunsten
Schwerer Rückfall
Murder my Sweet
memories of the blazing sun
Die Sehnsucht des Dichters nach dem .
Fotos: Ausstellung Smart Pistols von Kata Legrady im MKK Karlsruhe, aufgenommen von Carsten Buchholz.
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Die schwarz-grüne Landesregierung setzt im Streit um G8/ G9 auf Wahlfreiheit. Doch in Darmstadt gebe es diese Wahlfreiheit nicht, beklagen sich Eltern. Die Gymnasien bieten hier ausschließlich die verkürzte Gymnasialzeit an. Doch Eltern wünschen sich eine Alternative zum Turbo-Abi:
http://www.youtube.com/watch?v=7UqRaR4p7lg#t=48
Quelle: Hessenschau
- Das Land hat den Schulen die Freiheit gegeben, selbst über G8 oder G9 zu entscheiden
- Hans-Jürgen Krell, Leiter der EleonorenSchule und Sprecher der Darmstädter Direktoren „schätzt G8“ und sieht keine Nachfrage der Eltern nach G9.
- Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert eine Umfrage unter den Grundschuleltern.
- Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) lehnt eine Umfrage unter Eltern ab, er will lieber einen runden Tisch (an dem dann natürlich nicht alle Platz haben werden).
Man sollte jedoch auch nicht vergessen, dass an den Gesamtschulen, die ja auch zum Abitur führen, durchaus G9 angeboten wird.
Siehe dazu auch:
- Veranstaltung: Bildungspolitische Zukunft in Hessen
- Wieviel müssen Eltern leisten – wann versagt Schule?
- Meine bildungspolitischen Wahlprüfsteine
- Marburger Bildungsaufruf: Demokratisierung statt Ökonomisierung!
- Soziale Herkunft entscheidet über Chancen
- Sitzenbleiben
- Halten Sie eine Leistungsselektion nach der vierten Klasse für richtig?
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Spielerinnenmänner
März 10
Eine (mindestens) missglückte Ferrero-Werbung inspiriert mich zu ein paar Gedanken rund um Frauen und Männern in Fußball, Werbung und Medien:
Auslöser: Luca Hammer hat in seinem Blog-Beitrag Jungs sind Weltmeister, Mädels sind Spielerfrauen? auf eine Prospekt-Abbildung der Ferrero-Kampange zur Fussball WM (der Männer!) (siehe Bild) darauf hingewiesen, dass hier der Eindruck erweckt wird, es gäbe nur (männliche) Weltmeister und Spielerfrauen (obwohl doch Weltmeisterschaft der Frauen weniger lang zurückliegt als die der Männer).
In einer Stellungnahme antwortet Ferrero darauf hin:
die beiden abgebildeten Motive sind nur ein kleiner Teil einer ganzen WM-Sonderedition, die mit verschiedenen Motiven das Fußball-Ereignis des Jahres feiern will. Dabei wurden unterschiedliche Begriffe, Bilder und Redewendungen rund um die Fußballwelt aufgenommen und spielerisch und mit einem Augenzwinkern aufs Ü-Ei gebracht. Beschreibungen wie „Abseitsversteher“, „Flankengott“, „Megafan“, „Spielemacher“ gehören ebenso dazu wie allgemeine Begriffe aus dem Fußball wie „Oleee!“ oder „Tooooor“.
Durch die Abbildung auf dem Zettel des Einzelhändlers würde fälschlich den Eindruck erweckt, „dass es nur diese zwei Eier mit Begriffen aus dem Fußball gibt und dass das eine explizit für Mädchen und das andere nur für Jungen gedacht ist.“
Also alles gut und nur der Einzelhändler hats verbockt?
Nein, für jemanden, der sich gern mit Sprache beschäftigt, zeigt dieses „Missgeschick“ sehr schön auf, wie stark doch unsere schöne moderne Fußballwelt immer noch durch billige Geschlechter-Stereotype geprägt ist. Nicht unbedingt der Begriff „Spielerfrauen“ zeigt das, sondern die Nicht-Existenz der anderen Begriffe:
- Was ist eigentlich das Gegenstück zu “Spielerfrauen”? “Spielerinnenmänner”?
- Sind die Kinder von Fussballspielern „Spielerkinder“?
Und: Sind die gleichgeschlechtlichen LebenspartnerInnen
- von Fussballspielerinnen: „Spielerinnenfrauen“? Singular: „Die Spielerinfrau“?
- von Fussballspielern: „Spielermänner“? Singular: „Der Spielermann“?
Und warum redet keineR davon? Weil es sich so bescheuert anhört? So bescheuert wie der Begriff „Spielerfrauen“ auch ist, wenn man mal darüber nachdenkt. Sie reduzieren die Menschen auf eine Funktion in einer Beziehung.
Das ist so wie wenn du mit deinem Partner / deiner Partnerin auf eine Party gehst, und du wirst allen nur als „der Ehemann“ oder „die Ehefrau“ vorgestellt – ohne Namen.
Natürlich machen das die Sportjournalisten nicht aus Nachlässigkeit oder Bösartigkeit – nein, sie brauchen den Klatsch, um zu überbrücken, dass sie vor, während oder nach dem Spiel nichts fachlich Relevantes zu sagen haben. Deshalb versuchen sie, unsere Aufmerksamkeit auf irrelevante Nebenaspekte zu lenken – damit wir länger vor der Fernseher ausharren.
„Große Leute sprechen über Ideen. Durchschnittliche Leute sprechen über Dinge. Kleine Leute sprechen über andere Leute.“
(Unbekannt)
Wer also zukünftig unbedarft den Begriff verwendet, sollte sich (mindestens von mir) solche Fragen gefallen lassen. Schon allein, weils (mir) Spass macht. Und vielleicht regt es ein paar WerberInnen und Sportjournalisten an, zukünftig auf so einen blöden Begriff einfach zu verzichten.
Siehe dazu auch: Das Interview mit Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch: “Bis zur letzten Patrone” – wie Sprache diskriminiert“ im Rheinneckarblog.
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