Archiv der Kategorie USA

Venezuela – Der 30-Minuten-Krieg

Dieser Text von Trollhunter ist ausschließlich eine (interessante) Analyse der russischen Außenpolitik und soll keine Rechtfertigung der völkerrechtswidrigen Intervention der USA in Venezuela darstellen. Er diskutiert einen Seitenaspekt, dessen Ursache ich in einem weiteren Artikel in Kürze diskutieren möchte.


Es gibt geopolitische Momente, die wirken wie ein Witz, den keiner erzählen wollte. Venezuela ist jetzt einer davon. Nicht weil die USA plötzlich besonders kreativ geworden wären. Sondern weil diese Operation zeigt, was der Kreml seit zwei Jahren verzweifelt überschminkt: Russland ist global bewegungsunfähig. Kein Einfluss, keine Reaktion, kein Spielraum. Die Ukraine hat den gesamten Apparat so fixiert, dass von „Weltmacht“ nur noch Restgeräusch bleibt. Genau das meinte US-Außenminister Rubio, als er sagte, Russland sei „zu beschäftigt“, um wegen Venezuela irgendetwas zu tun. Das war kein Seitenhieb. Das war ein Totenschein.

Während amerikanische Spezialkräfte den venezolanischen Präsidenten aus dem Bett holen, steht Moskau daneben und fuchtelt mit Pressemitteilungen. „Internationales Piratentum“, „Verletzung der Souveränität“. Russland redet über Souveränität – das ist wie ein Brandstifter, der sich über Funkenflug beschwert. Die Welt lacht nicht. Sie zuckt mit den Schultern.

Interessant wird es, wenn man die letzten Jahre zusammenzählt. Russland wurde nicht überall militärisch vertrieben. Das wäre fast ehrenvoll. Russland wurde ignoriert. Armenien dreht sich weg. Aserbaidschan macht, was es will. Syrien ist ein Museum, die russischen Soldaten darin Dekoration. Und Venezuela, der angebliche Kronjuwel-Außenposten, fällt in dreißig Minuten auseinander. Zwanzig Jahre Kredite, Waffen, Berater, Wagner-Truppen – verdampft, bevor jemand das Licht ausschaltet. Russland hat jahrzehntelang Einfluss gekauft und nennt das bis heute „Partnerschaft“. Die Realität nennt es ein Mietverhältnis ohne Vertragsverlängerung.

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In real time: Wirkung der Trump-Zölle auf die Lieferketten aus China und die (Welt-)Wirtschaft

Eine Darstellung der zeitlichen und regionalen Auswirkungen der Trump-Zölle auf die US- und Weltwirtschaft (basierend auf eine X-Betrag von Molson Hart, aber übersetzt und weiterentwickelt)

Diese Schiffe werden nicht wieder nach China fahre – die Seeleute werden nicht mehr gebraucht. Und die Schiffe auch nicht.

Um den 10. April herum kam der Handel zwischen China und den USA aufgrund der Trump-Zölle zum Erliegen.

Ein Container benötigt etwa:

• ~30 Tage von China nach Los Angeles

• ~45 Tage nach Houston (per Schiff)

• ~45 Tage nach Chicago (per Zug)

• ~55 Tage nach New York (per Schiff)

Das bedeutet: Noch sind in großem Umfang Waren unterwegs, die vor dem 10. April bestellt worden sind. Die realen wirtschaftlichen Folgen der Trump-Massnahmen vom 10. April werden erst ab Mai spürbar. Um diese Zeit wird sich die Arbeit mit Produkten aus China deutlich verringern:

Wir sprechen über solche Schiffe voller Waren
  • Lagerhäuser werden mit Entlassungen beginnen, da keine Arbeitskräfte mehr benötigt werden, um Container zu entladen.
  • LKW Fahrer werden in relevant geringerem Umfang benötigt – auch hier wird es Entlassungen geben.
  • Einige Produkte werden nicht mehr lieferbar sein – was wiederum die Nachfrage nach Versand und Logistik senkt.
  • Die Produkte, die trotzdem bestellt und geliefert wurden, werden (durch die Zölle) deutlich teurer sein. Ebenso wie Produkte, die rar geworden sind. Was die Nachfrage insgesamt senkt.

All das beginnt in der Region Los Angeles.

Update: 5.5.2025: (Angeblich) Der leere Hafen von Seattle:

Etwa zwei Wochen später trifft es Chicago und Houston. Weitere 10 Tage später dann Boston, New York und Washington. So etwa ab 10. Juni werden die gesamten USA die direkten Auswirkungen der Trump-Zölle spüren.

Americans rely on China for thousands of products […] It’s where we get most of our clothes, footwear, electronics and microchips, which power appliances, thermostats and anything else that beeps. […] everything from flat screen TVs to baby strollers. US businesses import more toys, apparel and footwear from China than any other country, according the United States International Trade Commission.

CNN

Dann beginnen die indirekten Effekte:

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Meine Sonntags-Analyse zu Taylor Swift

Taylor Swift war mir bis heute musikalisch nicht bewußt begegnet. Aber der mediale Rummel um sie und die hassvolle Abneigung der (US-)Rechten gegen Sie haben mich dann doch neugierig gemacht. Und hab ihr heute ein wenig Musik- und Lesezeit eingeräumt.

Hier meine Ergebnisse:

Wie erwartet Pop-Musik, allerdings musikalisch deutlich weniger langweilig als ich erwartet hatte. Jedenfalls besser als die vielen hochglanz Pop-Sternchen, die ich die letzten Jahrzehnte zum Glück (durch Verzicht auf Radio) weitgehend meiden konnte (von Madonna über Britney Spears bis hin zu Lady Gaga). Emotional erreicht mich ihre Musik trotzdem nicht (etwa so wenig wie U2 mit dem, was sie nach ihrem ersten Album so produziert haben).

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US-Wahlen am 3. November 2020

Breaking News, 7.11.2020, 17:50: AP and several major television networks reported that Joe Biden has won the presidency after defeating President Trump in Pennsylvania and clinching an Electoral College majority. CNN, NBC News, ABC News and CBS News also called the race for Mr. Biden. More

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USA vs. Amerika

Eines der Dinge, die ich in der Schule gelernt habe, ist, das die United States of America (USA) nicht gleich Amerika sind.

Das mag banal klingen. Ist es aber nicht. Denn nicht nur umgangssprachlich ist es gang und gebe, dass, wenn die USA gemeint sind, leider oft gleich der gesamte Kontinent (von dem die USA nur ein kleiner Teil sind) genannt wird.

Das hier ist Amerika:

Amerika
Amerika in seiner ganzen Vielfalt – kulturell, politisch, ökonomisch. Die USA sind nur ein kleiner Teil davon.
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Die Erde auf dem Rücken einer Schildkröte

Eine nordamerikanische Schnappschildkröte direkt nach dem Winterschlaf (vergraben im Matsch). Daher stammt die indianische Legende, die Erde sei von einer Schildkröte erschaffen worden und werde von ihr auf dem Rücken getragen.

Zu Ehren von Terry Prachett, der diese Legende in die Neuzeit hinüber gerettet hat.

Schnappende Schildkröte mit Erde auf dem Rücken

Foto: Netzfundstück ohne Quellenangabe

A snapping turtle just after emerging from hibernating, buried in the mud. This is where the Native American legends of the Earth being brought into existence and carried on the shell of a turtle originated from.

In honor of Terry Pratchett, who carried the ledgend over to the present, by making it popular with his books.

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Unterzeichnung Städtepartnerschaft Darmstadt- San Antonio im Darmstadium

Gestern wurde die Städtepartnerschaft zwischen Darmstadt, Hessen und San Antonio, Texas offiziell geschlossen. Oberbürgermeister Jochen Partsch und Bürgermeister Ron Nirenberg betonten dabei beide den Wert der transatlantischen Partnerschaft.

Auch die TU Darmstadt und die Universität Texas San Antonio schlossen ein Abkommen.

Neun mal Sechs hatte im Mai 2016 über die ersten Schritte von OB Partsch dazu berichtet: With the Partsch in America, oho (*)

Bericht im Darmstädter Echo, Vorankündigung im Echo (mit mehr Details)

Oliver Stienen (auf Flickr, auf 500px) hat das Ganze mit einem schönen Foto dokumentiert:

Oliver Stienen: Unterzeichnung Städtepartnerschaft Darmstadt San Antonio im Darmstadium

Oliver Stienen: Unterzeichnung Städtepartnerschaft Darmstadt – San Antonio im Darmstadium

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The Very Real Far Side of the USA

Ja, Donald Trump könnte aus einem Cartoon von Gary Larson stammen. Aber wer in den USA war und die Augen (und den Geist) offen hat, der findet noch vieles mehr, was nicht nur einfach anders ist, sondern tatsächlich von der Far Side kommt / zu kommen scheint.

Ein paar Eindrücke davon habe ich 2017 in vier Woche an der US-Westküste per Foto einfangen können und eine kleine Online-Fotoausstellung daraus gemacht. Die Erste von Dreien, mit denen ich einen Teil meines Fotomaterials auswerten und zugänglich machen will.

Ich proudly present:

 The Very Real Far Side of the USA

 Strange kind of stuff – dedicated to Gary Larson

Very Real FAs Side - Gary Larson

Klick auf das Bild!

Das es ausgerechnet exakt 42 Bilder geworden sind, ist übrigens kein Absicht – isch schwör!

 

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Gegen einfache Wahrheiten

Fundstück vom 1. Science March : Wenn du diesem Mann nicht traust, solltest du besser in gar kein Flugzeug steigen, aber auf jeden Fall einen Bogen um die Modelle Boeing 747-400, Boeing  747-400 und Boeing 777 machen:

 

Flug Vertrauen

Quelle:

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Über (Chancen-)Ungleichheit und was wir tun könnten

(Klick aufs Bild) Welche Einkommensgruppen an absolutem (realem) Einkommen zwischen 2007 and 2013 verloren haben.

Welche Einkommensgruppen an absolutem (realem) Einkommen zwischen 2007 and 2013 verloren haben. Quelle: Branko Milanovic

In meinem Beitrag Wohlstand für alle? habe ich neulich schon angemahnt, dass dringend eine ökonomische Verteilungsdiskussion notwendig ist. Ich bin leider nicht dazu gekommen, meine eigenen Ideen dazu aufzuschreiben, aber die folgende Diskussion ist ein interessanter und differenzierter Beitrag dazu. Ich veröffentliche ihn hier (ohne den darin vertretenen Positionen zuzustimmen) um die Diskussion voran zu bringen.

Interessant wird der Beitrag natürlich auch dadurch, dass er vor der US-Präsidentschaftswahl aufgenommen wurde.  (Chancen-)Ungleicheit zu bekämpfen ist auch schon deshalb wichtig, weil sie Demagogen und Despoten wie Trump, Putin und auch Erdogan erst ermöglicht – und auch den Aufstieg der AfD in Deutschland unterstützt hat.

Paul Krugman, Robert Solow and Janet Gornick discussing Tony Atkinson’s last book: Anthony B. Atkinson “Inequality: What Can Be Done?” (Harvard University Press, 2015) at the Russell Sage Foundation in New York City.

 

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