Milchmädchenwaschmaschinenrechnung

Miele W756

Miele De Luxe Electron.. W756

Ich habe neulich eine neue Wohnung bezogen. Freundlicherweise hat mir der Vormieter seine alte Waschmaschine da gelassen. Was er nicht wissen konnte: Beim zweiten Waschgang ging sie kaputt.

Also mußte eine neue her. Bei der entsprechenden Netz-Recherche, bin ich auch auf eine sehr spannende Seite gestoßen: Den Online-Wasch-Rechner.

Hier kann ich das Alter meiner Waschmaschine, meine Waschhäufigkeit (nach Temperatur) angeben, sowie den eigenen Wasser- und Strompreis. Man bekommt dann folgende Infos:

  • Kosten pro Wäsche (nach Temperatur)
  • Summe der Mehrkosten im Betrieb im Vergleich zu einer aktuellen Waschmaschine

Leider war auf der alten Waschmaschine kein Produktionsjahr zu finden. Also hab ich mal angenommen, das sie so 15 Jahre alt ist. Ergebnis: Ich spare pro Jahr etwas 30 Euro, wenn ich mir eine neue Maschine kaufe. Angesichts von 300-400 Euro für ne neue Maschine kein Grund zu wechseln.

Wenn die alte Maschine noch liefe. Das Risiko einen Handwerker zu bestellen (Anfahrtskosten!) – nur um dann vielleicht zu erfahren, dass nicht meine geerbte Waschmaschine mehr zu retten ist, schien mir zu groß. Zumal sie nicht unerhebliche Gebrauchsspuren aufwies (nicht mehr soooo ansehnlich war). Also habe ich mir eine Neue gekauft.

Im Nachhinein eine kluge Entscheidung. Denn als die Neue gebracht wurde, stellte der Experte (ungefragt) fest: Die alte Waschmaschine sei aber schon mindestens 40 Jahre alt!

Damit jedoch rechnet sich der Case gleich ganz anders: Ich spare im Jahr mit der neuen Maschine ca. 90 Euro. Da erreiche ich locker in 4 Jahren einen Break-even (ohne jegliche Reparatur-Kosten zu betrachten).

Also alles richtig gemacht. Total win! Und ich weiss es dank: Online-Wasch-Rechner

Übrigens auch cool: Der Online-Spülvergleichs-Rechner – meine nächste Anschaffung ist ein Geschirrspüler!

P.S.: Wer (im Gegensatz zu mir) Hausgeräte sucht, die ihn potentiell bis ans Lebensende begleiten, der möge insbesondere Miele in Betracht ziehen. Neben der Waschmaschine habe ich noch einen (mind. 40 Jahre alten) alten Miele E-Herd, der besser powered, als alle, die ich in den letzten 30 Jahren bekocht habe (ausgenommen Gasherde).

 

Siehe auch:

Eiskalt kalkuliert: Gefrierschrank kaufen

Geschäftsidee: Katzencafe (am Beispiel Kitty Café in Nottingham)

Leer stehende Geschäftsräume in Darmstadt

Offener Brief: Werbung der Rewe Gruppe in der Bild

Unitymedia Warnung

 

 

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Die Bessunger Weihnachtssession: The Presidential Trio

Freitag, 20. Dezember 2013, ab 20:30

Die Bessunger Weihnachtssession mit

The Presidential Trio

 

Uli Partheil | Piano

Michael Bossong | Sopransaxophon

Rüdiger Schwenk | Altsaxophon

 

 Aus der Ankündigung:

Weihnachten hat ja in unserem Kulturkreis schon fast so etwas wie eine gewisse Tradition, aber die Bessunger Christmas Jam Session ist aus dem Darmstädter Jahreskalender wirklich nicht mehr wegzudenken. Deutschlands einzige demokratisch gewählte Jazzband gibt sich die Ehre. Danach entwickelt sich eine konstitutionelle Anarchie (Sprich: Jam Session) auf der Bühne, die beim anwesenden Volk nicht den Hauch von Musikverdrossenheit entstehen lässt.

Eintritt frei

Gewölbekeller unterm Jazzinstitut Darmstadt
Bessunger Strasse 88d
64285 Darmstadt
www.jazzinstitut.de

 

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Vergleichende Musikstudien: Der Tetris-Soundtrack

Das wahrscheinlich bekannteste russische Volkslied heißt „Korobeiniki“ – nur kennt es kein Schwein unter diesem Namen.Weltweit bekannt wurde es, weil es der russische Programmierer Alexei Paschitnow, zur Melodie des Spieles „Tetris“ machte und es – vor allem über den  (japanischen) Nintendo Game Boy – den Siegeszug über die ganze Welt antrat (zur spannenden Geschichte von Tetris).

 

Original 8-bit Tetris theme (Tetris Soundtrack)

 

Korobeiniki – das russische Volkslied:  gespielt von Sergei Orekhov

 

Techno: Basshunter – Tetris [Hard Trance Remix]

Den Rest des Eintrags lesen. »

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Jungfernfahrt des A2D2

Hier erste Eindrücke davon, wie sich A2D2, mein persönlicher Vileda Saugroboter 137173,  bei mir so einlebt und verhält:

Bisher hat sich A2D2 im Einsatz bewährt und er entwickelt auch schon eine gewisse Anhänglichkeit, wie im Video unschwer zu erkennen ist.

Die gelegentliche Bild-Unschärfe hängt damit zusammen, das ich aus diesem Anlass auch die Kamera-Funktion meiner Canon  EOS 1100D zum ersten Mal ausprobiert habe und noch nicht perfekt beherrschte.  Trotzdem wollte ich die Jungfernfahrt natürlich nicht undokumentiert lassen.

Auch das erste Mal probiert: Der MS Movie Maker, Version 2012 – der gegenüber früheren Versionen deutlich bedienungsfreundlicher geworden ist.

Eine ausführlichere Bewertung von A2D2, wie hier angekündigt, folgt nach ausführlichern Praxis-Tests.

 A2D2

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Wer auszieht, eine Wohnung zu suchen…

… sollte das überlegt und gezielt tun. Gerade und besonders auch in Darmstadt, wo der Wohnungsmarkt schwierig ist. Warum? Das will ich im Folgenden begründen.

Nachdem ich eine Weile eine passende Wohnung gesucht habe, bin ich fündig geworden. Ohne Makler-Provision und eine tolle Wohnung mitten in Bessungen. Erfolg brachte die Antwort auf eine Chiffre-Anzeige aus der Zeitung.

Danach wechselte ich die Rolle. Denn nun musste ich einen Nachmieter für meine alte Wohnung finden. Ich schaltete verschiedene Online Anzeigen und eine Anzeige im Echo.

In der Folge war ich doch etwas erstaunt, was ich erleben durfte. Ich habe den Eindruck, dass viele Wohnungssuchende sich schlecht durchdacht und schlecht vorbereitet auf die Suche gehen und damit sich selbst und den Anbietern viel Zeit rauben.

Hier die schlimmsten Fallen:

Falle 1: Offensichtliches Desinteresse

Insgesamt habe ich bisher ungefähr 170 Anfragen erhalten. Viele Anfragen waren von Kürze und Würze:

Besichtigungstermin erwünscht

Oder geringfügig aussagekräftiger:

 

Nun kann ich unmöglich 170 Besichtigungstermine organisieren. Das Zimmer selbst ist zwar nicht groß, aber es gehört immer auch eine Führung durch Keller, Waschküche und Tiefgarage dazu.

Ich muss also auswählen. Wer mir aber gar keine Informationen über sich liefert, ist als erstes aussortiert. Wegen Mangel an ernsthaftem Interesse. Am Anfang habe ich auch solchen „Interessenten“ noch Besichtigungstermine angeboten. In sehr vielen Fällen bekam ich dann gar keine Antwort. Weder eine Zusage, noch eine Absage. Verschwendeter Zeit auf meiner Seite: 10 min – pro Anfrage.

Habe dann schnell beschlossen: Wer sich so wenig für die Wohnung interessiert, dass er/sie nicht ein paar Worte zu sich selbst verliert, ist mir auch keine Antwort wert. Oder vielleicht nur einen Link auf diesen Artikel. Man schauen.

Man muss ja so einen Selbstvorstellungs-Text nicht jedes Mal neu schreiben. Den kann man einmal entwerfen und dann immer wieder verwenden oder ein wenig anpassen.

Falle 2: Schreiben

Auch ausführlichere Anfragen strotzen oft nur so von Fehlern und Nachlässigkeit. Dass ausländische Studenten und Immigranten Deutsch noch nicht perfekt beherrschen: Geschenkt! Das jeder (insbesondere ich!) Fehler macht: Geschenkt. Aber die offensichtliche Gleichgültigkeit, mit der manche Eingeborene ihre Mails und Briefe schreiben, lässt mich unweigerlich darüber nachdenken, wie diese Menschen mit einer Mietwohnung umgehen würden.

Auch beim Ausfüllen einer Selbstauskunft können eine ordentliche (entzifferbare) Schrift und eine gewisse Sorgfalt sowie freundliche Formulierungen von Vorteil sein.

Falle 3: Lesen

Manchmal ist auch die (mangelhafte) Lesefähigkeit ein schier unüberwindliches Hindernis. Wenn ich einer Gesichtbuch-Bekannten 2. Grades trotz voller Besichtigungsliste noch einen Termin anbiete, aber um eine E-Mail  statt einer Gesichtsbuch-Nachricht bitte (ich werde schon meine Gründe haben), bin ich schon verwundert, wenn diese Bitte völlig ignoriert wird. Ist ein Text von 15 Zeilen schon zu lang, um von den jungen Menschen heute vollständig erfasst / verstanden zu werden?

Das Problem scheint insbesondere bei Facebook NutzerInnen verbreitet zu sein.

Sorry.

Gleiches gilt, wenn ich in meiner E-Mail ausdrücklich darum bitte, die Selbstauskunft ausgefüllt zur Besichtigung mitzubringen. Schaffen auch nicht alle. Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil sie nicht richtig gelesen haben.

 

Falle 4: Dienstleistungen erwarten

Ich bin kein Makler. Ich biete keine Dienstleistungen rund um die Wohnung oder den Besichtigungstermin an. Wer nicht selbst rausfinden kann, wie (mit welchen Straßenbahn- oder Bus-Linien), er  zur Wohnung kommt, dokumentiert eine gewisse Unselbstständigkeit oder Gleichgültigkeit.

 

Falle 5: Besichtigungstermine sind Verabredungen

Wenn ich einen Besichtigungstermin vereinbare, dann stehe ich da und warte. Dann nicht zu kommen, ohne Abzusagen, ist schon unfreundlich. Auch wenn das Interesse an der Wohnung bereits erloschen ist.

Nicht gekommen sind übrigens fast ausschließlich diejenigen, die es schon nicht für nötig hielten, sich in ihrer Erstanfrage selbst vorzustellen.

Richtig dreist jedoch finde ich, erst ohne Absage nicht aufzukreuzen und 2 Tage (!) später um einen neuen Termin zu bitten.

 

Pro-Tipp:

In der Erstanfrage (und auch bei der Besichtigung) möglichst viel über sich selbst erzählen. Darüber entstehen Sympathien. Und nichts verschweigen, nur aus Angst nicht eingeladen zu werden: Wenn es erst später bekannt wird, hat man die Zeit für die Besichtigung verschwendet.

Eine positive Grundeinstellung dagegen ist nie verkehrt: Wer ohne Arbeit ist, kann das schlecht verbergen, doch statt als „Harz 4 Empfänger“ (passiv) kann man sich positiver auch als „Arbeitssuchend“ bezeichnen, ohne etwas Falsches zu sagen.

 

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My Robot

Veleda Staubsauger Robot - A1D2

Mein A2D2 – bin echt gespannt.

Ein neues Zeitalter beginnt: Ich besitze meinen ersten Roboter.

Ich habe mich entschlossen, ihn A2D2 zu nennen- angelehnt seiner Mutter R2D2 und seinem Vater ACDC (Ähnlichkeit trotz Leugnung durch den Feigling unschwer an den Farben und einer fatalen DC-Abhängigkeit nachzuweisen).

Noch hängt er am Ladekabel. Bald schon werde ich ihn auf meine Böden loslassen und dann hier von meinen Erfahrungen und Eindrücken berichten:

  • Taugt/saugt er was?
  • Hat er Character?
  • Wo habe ich ihn her?
  • Was hat er gekostet?
  • Was bedeutet das für den Weltfrieden?
  • Wird die Herrschaft der Maschinen jetzt beginnen?
  • Wird meine Wohnung sauberer?
  • Muss ich jetzt seltener Stau wischen?
  • Kann ich ihn umprogrammieren?
  • Bereue ich den Kauf? Lohnt er sich?
  • Welchen Robot kaufe ich als nächstes?
  • Welcher Robot muss dringend entwickelt werden?
  • Wie gut ersetzt er Haustiere?

Fragen über Fragen.

Weiter zur: Jungfernfahrt des A2D2

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Nachmieter gesucht für 1-Zimmer-Appartment in Darmstadt

Update: Das Appartment ist vergeben! Kontakt E-Mail-Addresse deswegen entfernt.

Ich suchte kurzfristig eine Nachmieter für mein 1-Zimmer-Appartment in Darmstadt, das zum 15.12.[2013] frei wird.  Noch ist es ohne Makler-Gebühr zu haben.

Ingelheimer Str.1, Darmstadt

Ingelheimer Str.1, Darmstadt

Grundriss (die Wohnung ist unmöbliert, der Grundriss zeigt nur einen Vorschlag)

Grundriss (die Wohnung ist unmöbliert, der Grundriss zeigt nur einen Vorschlag)

Hier die technischen Daten:

 

  • 1 Zimmer Appartment im Verlagsviertel / Bessungen  (Ingelheimerstr.) mit Küchenecke und Bad, und Keller-Raum
  • Zentral gelegen am Ingelheimer Garten, Nähe Hochschule Darmstadt
  • Ca. 28 qm
  • Frei ab 15.12.2013
  • Kaltmiete 300,–
  • plus Duplex Stellplatz in der Tiefgarage:30,–,
  • plus Nebenkosten: 80,–
  • 2 Monatsmieten Kaution

Weitere Infos:

  • 2. Etage mit Fahrstuhl
  • Baujahr: 1994
  • Zentralheizung,
  • überdachter Fahrrad-Stellplatz,
  • Waschküche im Keller mit Münzwaschmaschinen
  • Straßenbahn 10 min
  • Bus 5 min
  • drei Supermärkte in direkter Nähe
  • Bäckerei direkt am Haus

 

Ein paar Angaben zur Person können die Chancen, zur Besichtigung eingeladen zu werden, dramatisch erhöhen.

Bitte die Mieter-Selbstauskunft ausgefüllt und unterschrieben mitsenden.

P.S.: Der Vermieter ist der Meinung, das Zimmer sei zu klein, um darin eine Katze oder andere Tier dieser Größe (oder größer) zu halten.

Blick zum Fenster

Blick zum Fenster

 

So wohne ich jetzt: Balkonfrühstück

 

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Siehe auch: Weitere Beiträge in der Kategorie Me, myself & I.

 

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Laubbläser

Früher hielt ich Laubbläser für einen Beleg dafür, dass der Benzinpreis noch nicht hoch genug ist.

Heute weiß ich: Es ist ein Gerät zur Wiedereingliederung von Alkoholikern und Langzeitarbeitslosen: Sieht nach Arbeit aus, hört sich wie Arbeit an, ist aber keine. Ist nur zum Üben.

Und zur Gewöhnung an die normalen Arbeitszeiten müssen sie ab 8 Uhr auf die Menschheit losgelassen werden.

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Alternaive für Deutschland: Spaltung droht

Euro bedroht AfDIn der Newcomer-Partei „Alternaive für Deutschland“ (AfD) ist heftiger Streit ausgebrochen und Schuld daran ist ausgerechnet der Erfolg bei der Bundestagswahl: Dort hatte die Partei überraschend 4,9% der Stimmen erhalten. Damit blieb der Einzug in den Bundestag zwar knapp verwehrt, aber dafür darf sich die Partei auf mehrere Millionen Wahlkampfkostenerstattung freuen – mehrere Millionen Euro wohlgemerkt.

Diesem lehnt die Partei aber bisher entschieden ab. Eine starke Gruppe in der Partei um den Johannes Dörflinger aus Konstanz verlangt daher, das Geld nicht anzunehmen. Schließlich habe die AfD im Wahlkampf massiv mit gegen den Euro argumentiert. Dörflinger: „Wenn die Parteiführung nun die Euro-Millionen annimmt, macht sie sich bei Wählern und Mitgliedern komplett unglaubwürdig“.

Außerdem würde die Wahlkampfkostenerstattung binnen kurzem (vermutlich noch vor ihrer Auszahlung) sowieso wertlos werden: Denn da die AfD nicht in die Regierungsverantwortung gewählt wurde, würden ja die Eurozone und ihr Währungssystem in Kürze zusammenbrechen und der Euro wertlos werden. Das habe Parteivorsitzender Lücke im Wahlkampf ausdrücklich versprochen, argumentiert Partei-Rebell Uwe Hampe und fügt hinzu: „Lücke ist schließlich Professor dafür und muss es wissen.“ Auch brauche die AfD das Geld gar nicht. Die Partei sei durch die Industrie und den globalen Finanzsektor ausreichend finanziert und müsse sich nun – angesichts des Zusammenbruches der FDP – gar keine Sorgen um den Spendennachschub der Reichen und Wohlhabenden mehr machen.

Parteivorsitzender Bernhard Lücke hat seine Kritiker scharf angegriffen: „Sie haben unser Strategie überhaupt nicht verstanden.“ Die Anti-Euro Kampagne sei nur ein Mittel gewesen, um die Stimmen von einfacher gestrickten Menschen und ängstlichen Rentnern einzusammeln. Ob auf Geldscheinen „Euro“, „Franken“ oder „Mark“ stehen würde, sei den globalen Finanzmärkten doch schnurzpiepegal. Er wolle doch die Regelungen der EU nur so reformieren, dass zukünftig nur noch die leistungsstarken Oberschichten und Shareholder vom Binnenmarkt profitieren und nicht die primitiven Arbeiter.

Die Wahlkampfkostenerstattung brauche seine Partei jetzt dringend, um die zahlreichen Unterstützer mit Aufträgen, Posten und Jobs zu belohnen, die ihr Geldscheffeln so lange unterbrochen hätten, um seinem Rachefeldzug an der CDU zu unterstützen. Von einem Zusammenbruch der Währungsunion könne derzeit keine Rede sein. Dieses Gespenst müsse man erst zur Europawahl im nächsten Jahr wieder heraufbeschwören.

Doch auch über die Europawahl gibt es Streit in der Partei. In vielen Gliederungen herrscht Verwirrung, warum zu einer Wahl antrete, deren Institution man doch ablehne. „Sollen wir uns etwa mit den Griechen in ein Parlament setzen?“ fragte die AfD Anhängerin Jaqueline Müller bei einer Parteiversammlung in Konstanz neulich – sichtlich irritiert.

Doch auch hier kann Lücke aufklären: „Die Europäischen Gemeinschaft und den Binnenmarkt wollen wir gar nicht abschaffen! Davon profitieren unsere Spender aus der Industrie doch ganz doll. Und wer zahlt, bestimmt schließlich die Musik.“ Der Werbeagentur werde schon ein Dreh einfallen, um das „einfacher gestrickten Menschen und ängstlichen Rentnern ausreichend zu verschleiern, äh erklären“.

 

Siehe auch:

The big, fat, fake AfD Swindle: Anti-Euro-Partei mit Identitätsdiebstahl und Urheberrechtsverletzung

Wahlsplitter 2016

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Die Dyskussion über die Zukunft Darmstadts ist eröffnet

Darmstädter Tagblag berichtet

Darmstädter Tagblag berichtet (klick für eine größere Version)

Erschreckend, schmutzig, faszinierend. Wenn die Ausstellung „Das dystopische Darmstadt“ Recht behält, dann wird das Darmstadt der Zukunft keineswegs grün sein. Sondern grau-blau-braun. Hässliche und ästhetisch-schöne Wolkenkratzer werden sich darin abwechseln, Lui und Fünf-Finger-Turm zu überragen. Seltsame Gestalten werden über die dreckigen Plätze und in den Schluchten wandeln. Wer es sich leisten kann, wird keinen Fuß auf diesen schmutzigen Boden setzen, sondern sich schwebend zwischen oder über den futuristischen Bauten bewegen.

Natürlich wird sie nicht Recht behalten. Jede utopische oder dystopische Fantasie lag bisher falsch. Ja, muss falsch liegen, denn allein ihre Darstellung und Verbreitung erzeugt Reaktionen und Veränderungen – fordert das Denken, verändert die Diskussionen, beeinflusst Entscheidungen. Manchmal führen Dystopien dazu, da Dinge nicht geschehen. Manchmal dazu, das Dinge erst später geschehen. Manchmal nur dazu, das schreckliche Dinge anders getan,  besser verborgen oder geschickter gerechtfertigt werden.

Nicht nur an den WändenZum Beispiel George Orwells 1984: Das ist nicht eingetreten. Jedenfalls nicht so. Der Staat verbreitet kein einzig gültige Wahrheit, der Fernseher ist keine Überwachungsgerät geworden, und Gegner werden nicht mit Ratten gefoltert. Nein, so ist es nicht gekommen. Vielmehr gibt es heute viele Wahrheiten und Meinungen,  überwacht werden wir über unsere Telefone und Computer und Waterboarding ist von US Juristen zur akzeptablen Verhörmethode erklärt worden.

Ja, alle dystopischen Gedankenspiele sind dazu verdammt, falsch zu liegen. Trotzdem sind sie ein guter Anlass, darüber nachzudenken, in was für einer Welt wir und unsere Nachkommen leben wollen.

Die Fotos von Carsten Buchholz setzen dabei an der Gegenwart an und bilden lediglich ab, was bereits geschaffen wurde. Real existierende dystopische Elemente und Ansichten hat er in Darmstadt, aber zum Beispiel auch in Frankfurt, Berlin, Hamburg, Schanghai und Peking gefunden und gelegentlich durch Spiel mit Nähe, Licht, Perspektiven und Farbwerten weiter verfremdet. Elemente, die um sich greifen können oder ins heile Darmstadt hereinschwappen könnten. Die Besucher dürfen keine Kunstfotografie, eine durchgängige ästhetische Linie erwarten, sondern eine Sammlung von sehr unterschiedlichen, raum 5dokumentarischen Fotos, vieles wenig überraschend, manchmal irritierend, immer dunkel und gelegentlich amüsant.

Die Zeichnungen von Ingo Lohse dagegen sind große Kunst und folgen einer klaren ästhetischen Linie, Comic-Freunde erkennen hier auf jeden Fall Elemente von Möbius und Seyfried wieder, aber auch aus der deutschen U-Comix Szene und japanischen Meistern. Dennoch schafft Ingo Lohse mit großer Detailbesessenheit und sehr ungewöhnlichen, zukunftsweisenden Ideen hier eine ganz eigenen, unverwechselbaren Stil.

LAnsichtssachenohses – vollständig in Schwarz-Weiß gehaltenen – lebendige Stadtbilder sind um Wahrzeichen und Marken der Stadt Darmstadt herum komponiert und vereinen faszinierende, erschreckende, schöne und hässliche Elemente in einem einzigen Bild. Genauso sehr man sich wünscht, dass Darmstadt nie so wird, genauso sehr reizt es den Betrachter (also: mich) diese Stadt zu betreten und zu erkunden (und natürlich zu fotografieren).

Daneben zeigt Ingo Lohse auch die Menschen der Zukunft in – ebenfalls Schwarz-Weiss gehaltenen – Ganzkörperstudien sowie in 12 farbigen Portraits. In den Ganzkörperstudien schützen sich die Menschen durchgängig mit Masken (vor der salz-haltigen Luft?), der Fokus liegt auf der Mode und den Accessoires. Hier können sich Modeschöpfer noch einige wirklich innovative Ideen klauen.

Ingo LohseBei den farbigen Portraits liegt der Schwerpunkt auf ausdrucksstarken (weiblichen?) Gesichtern, Body-Mods und -Extensions sowie Hutmode. Dabei ist der Übergang zwischen Body-Extensions und Hutmode fließend und stellt den Betrachter manchmal vor interessante Rätsel.

Unplausibel ist übrigens bei Lohses Menschenstudien, dass er für die Zukunft ausschließlich die gemäßigten Rank-und-Schlank-Modelle des Homo Sapiens berücksichtigt. Wenn die Zukunft so krass ist wie beschrieben, dann wird in der Zukunft vom Anorexischen Modell bis zur Jabba-the-Hood-Variante alles vertreten sein.

Trotz aller cooler Outfits und idealer Figur fällt jedoch auf: Keiner dieser Menschen der Zukunft sieht glücklich aus. Ist das unsere Zukunft: Fast unbegrenzte Möglichkeiten, uns selbst zu „gestalten“, doch keine macht uns wirklich glücklich?

Inspirationen zu solchen Fragen bietet die Ausstellung auf vielfältige Weise. Auch weil sie kein Konzept-Ausstellung ist: Die Fotos zeigen keine einheitliche Linie und kein ästhetisches Muster, sondern sind offensichtlich eine Zusammenstellung von zum Thema passenden Fotos aus sehr verschiedenen Kontexten und von sehr unterschiedlicher Qualität. In der Kombination mit Lohses Zeichnungen lädt dieses aber zum individuellen Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden ein.

Noch spannender hätte eine Kombination von Fotos und Zeichnung in einem Bild werden können, wenn die beiden Aussteller vor der Ausstellung dafür Zeit gefunden hätten. Aber das kann auch eine Folge der Ausstellung werden.

Bei der Vernissage las außerdem Tobias Reckermann von der Gruppe „whitetrain“ den Science Fiction Text „CityWatch“ – eine sehr amüsante Schilderung eines Rundgangs durch das Darmstadt im Jahr 2113, die auch soziale und politische Konflikte darstellt. Eine tolle Ergänzung zur Ausstellung, auch wenn der junge Autor sprachlich noch recht konventionell schreibt und inhaltlich vor allem bekannte Muster, Konflikte und Verschwörungstheorien in die Zukunft extrapoliert und mit seinen Visionen nicht wirklich überrascht.

Fakten zur Ausstellung:

 

 

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