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Georg Büchner. Darmstädter Linksradikaler.

Georg BüchnerDas ständige Gedöns der Darmstädter Bildungsbürger mit der „Revolution“ war mir ja schon immer reichlich suspekt. Insbesondere, weil ich den Eindruck habe, dass viele, die da ihren Georg Büchner hochhalten, sich in ihrem bildungsbürgerlich-kuturellen Wohlstandsgebilde sehr bequem eingerichtet haben und ihnen ein solcher Umsturz der Verhältnisse – sollte er denn tatsächlich kommen – so gar nicht gelegen käme.

Natürlich kann ich mich irren und vielleicht steckt hinter der bürgerlichen Fassade doch eine tiefliegende Unzufriedenheit und eine Sehnsucht nach einer anderen Welt. Immerhin stellen die Grünen in Darmstadt die größte Fraktion im Stadtrat und es gibt eine lange Tradition auch unkonventionelle Gruppen wie Uffbasse oder die Piraten mit Sitzen in dieses Gremium zu entsenden.

Andererseits: Das Motto des – von Büchner maßgeblich mit geprägten – Hessischen Landboten war die Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“. Und wenn ich meinem – hier allerdings nur oberflächlichem Wissen (und der Wikipedia) trauen kann, dann gehörte Büchner eher zum radikaleren Flügel des Landboten.

So gesehen war Büchner ein Linksradikaler.

Würde er heute leben, wäre vielleicht nicht gerade die hessischen Landbevölkerung (der es dank üppiger EU Subventionen prächtig geht)  Grund für seinen revolutionären Eifer. Doch es gibt heute Millionen Menschen auf der Erde, denen es noch viel beschissener geht als den gemeinen Hessen zwischen 1831 und 1837. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Büchner angesichts solcher Zustände heute weniger radikal für deren Wohlergehen streiten würde. Und verglichen mit deren Hütten sind selbst die einfachen Eigenheime der Darmstädter Bildungsbürger fantastische Paläste. Und was mit den Palästen – nach Büchner – doch bitte passieren solle:  siehe oben.

So gesehen wäre Büchner wohl auch heute: Ein Linksradikaler.

Folglich wird es zu Georg Büchners 200. Geburtstag in Darmstadt eine offizielle Landesausstellung zu Leben und Werk eines Linksradikalen geben. Was nicht ohne Witz ist. Unter dem Titel Georg Büchner. Revolutionär mit Feder und Skalpell” wird vom 13. 10. 12013 bis zum 16. 2. 2014 im Darmstadtium eine multimediale Präsentation zu Leben und Werk des Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers zu sehen sein. Unter der Schirmherrschaft des Bundeskulturministers Bernd Neumann und des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU).

Schon deshalb darf man gespannt auf die Ausstellung sein.

Der Anspruch der Ausstellungsmacher:

Ungefiltert und zugleich wie in einem Brennglas versammeln sich in Büchners Werk die Erfahrungen eines Lebens zwischen Unterdrückung und Freiheitshoffnung, zwischen spekulativer Philosophie und nüchterner Wissenschaftlichkeit, zwischen der Euphorie des Gipfelblicks und klaustrophobischer Angst. Georg Büchner war ein Meister des Wortes und der szenischen Gestaltung. Beides, Worte und szenische
Gestaltungen, aber auch werkzentrale Elemente wie das Lachen waren für Büchner Waffen: Formen der Notwendigkeit, der Notwehr und zugleich Mittel der Befreiung sowie der Freiheit. Diese Erkenntnis ist leitend für die Ausstellung – sie gilt für alle literarischen, politisch-agitatorischen und wissenschaftlichen Aktivitäten Büchners.

Die suggestive Ausstellungsinszenierung im Darmstadtium mit Originalmanuskripten, Multimedia-Installationen, zeithistorischen Objekten, Gemälden, Filmprojektionen und Hörstationen wird den Besucherinnen und Besuchern erlauben, sowohl räumlich als auch gedanklich in die Welt Büchners einzutauchen – und zugleich erstmals die faszinierende Möglichkeit eröffnen, einem der großen Schreibstrategen der Weltliteratur bei der Arbeit zuzuschauen. Dank einer eigens für die Ausstellung
konzipierten Medientechnik können Büchners Textmontagen und -collagen unmittelbar nachvollzogen werden und erschließen damit sein Werk auf gänzlich neue Weise. Der zeitliche Bogen der Schau spannt sich von der Leipziger Vielvölkerschlacht, an deren zweitem Tag Büchner geboren wird, bis zur Rezeption des Revolutionärs mit Feder und Skalpell in den Attac- und Occupy-Bewegungen unserer Tage.

Quelle: Pressemitteilung zur Ausstellung der Stadt Darmstadt (PDF, ab Seite 4)

Jan-Christoph Hauschild Georg Büchner: Verschwörung für die Freiheit

Jan-Christoph Hauschild „Georg Büchner: Verschwörung für die Freiheit”

Siehe auch:

Aufrührerische Büchner Zitate

CDU fördert Linksradikalen mit 840.000 €

Interview mit S. Peter Brunner zu Büchner 200

 

Wer sich nicht ausschließlich auf die Darstellung der Person Büchners durch das Institut Mathildenhöhe als Quelle verlassen will, kann sich vorab schon mal hier informieren:

 

VHS-Kurs „Georg Büchner & seine ZeitGenossen”, ab Mittwoch, 27. Februar 2013 (ff) im Prälat-Diehl-Haus, Ober-Ramstadt.  Ein Kurs über die Frage, was aus Georg Büchner hätte werden können. Mehr Infos geschwisterbuechner.de
Flyer dazu, Einzelheiten und Anmeldung direkt bei der Volkshochschule

 

Aufführung des Büchner-Films „Eine Deutsche Revolution” , Donnerstag, 16. Mai 2013 , Saalbau-Kino, Pfungstadt.

Deutschland 1982 unter der Regie von Helmut Herbst. Darsteller u.a.  Peter Becker, Bazon Brock, Marquard Bohm, Peter O. Chotjewitz. Nach dem Roman von Kasimir Edschmid. Film mit Rahmenprogramm, anlässlich des 200. Geburtstags von Georg Büchner. Saalbau Kino Pfungstadt

 

Katalog zur Ausstellung: „Georg Büchner : Revolutionär, Dichter, Wissenschaftler 1813 – 1837 “ (1987) Stroemfeld 1987. ISBN: 3-87877-279-3 (Erst seit kurzem beim Verlag vergriffen, aber laut geschwisterbuechner.de leicht und günstig antiquarisch zu finden)

 

Buch: Hintergrund-Infos und Info zur Lesung am 19.2., Rezension von Peter BrunnerBericht von der Lesung am 19.2. mit Audio-Hörprobe von Peter Brunner.

 

 

 

Wikipedia-Artikel zu Georg Büchner

 



 

 

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Hessische Bildungsmisere continues…

Wenn am Sonntag in Hessen gewählt würde, wäre die schwarz-gelbe Regierung abgewählt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks.

Unzufrieden sind die Hessen vor allem mit der Bildungspolitik der CDU-FDP Landesregierung. Denn Bildung ist das wichtigste Thema für die Hessen und Hessinnen:

Wichtigstes politisches Problem in Hessen: Bildung

Wichtigstes politisches Problem in Hessen: Bildung

 

Größtes Thema ist scheinbar die entschiedene Ablehnung von G8:

HessInnen lehnen G8 entschieden ab: 50% für 9 Jahre plus 39% für freie Wahl

HessInnen lehnen G8 entschieden ab: 50% für 9 Jahre plus 39% für freie Wahl

 

Dagegen stimmt mich ein wenig traurig, dass die Mehrheit der HessInnen immer noch SchülerInnen nach Leistung selektieren will, obwohl längst nachgewiesen ist, dass aller SchülerInnen von Leistungsunterschieden in Klassen profitieren. Allerdings kann man daraus noch keine Unterstützung für das dreigliedrige Schulsystem ableiten, da auch das von Rot-Grün / Grün-Rot vertretene zweigleisige System diese Bedingung erfüllt. Hier wäre eine differenziere Befragung hilfreich gewesen.

Noch wenig Akzeptanz für gemeinsamen Unterricht

Noch wenig Akzeptanz für gemeinsamen Unterricht

 

Die Einsparungen, die die Landesregierung mit der aktuellen Vorlage zum „Hessisches Kinderförderungsgesetz“ (KiföG – wobei „Förderung“ hier ein echter Hohn ist) realisieren will, werden die Situation im Bildungswesen noch weiter verschärfen. Allerdings werden die Auswirkungen dieser Beschneidung der Bildungseinrichtungen erst nach der nächsten Landtagswahl sichtbar werden.

Sascha Endlicher informiert über die Details des KiföG und seine Auswirkungen auf Kindergärten und Schulen. Ich werde mich hier in Kürze auch noch ausführlicher damit beschäftigen.

 

 

Siehe auch:

Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

Soziale Selektion beim Zugang zum Studium

Warum will die FDP einen Banker zum Staatssekretär im Kultusministerium machen?

Miese Noten für die Landesregierung

Irrwege der Unterrichtsreform

Dreigliedriges Schulsystem – pro und contra

Linksammlung: Schule und Integration

 

 

 

Mehr Informationen zur Bildungspolitik:

Literaturliste Bildungspolitik

Ausbildungsalternativen: Abi, Lehre, Studium, …

Artikelsammlung Kindergarten / Krippe / Kita

Linksammlung Rahmenbedingungen des Lernens

Linksammlung Lehrerinnen & Lehrer

Internationale Vergleiche, Erfahrungen sowie Pisa & Co.

Konfliktbewältigung an der Schule

Infos rund um Anti-Pädagogik

Soziale Schranken zum / im Studium

Linksammlung Bildungs(politik)konzepte

 

 

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Demo gegen die Schließung / Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses

Immerhin 250 Leute. Trotz Sommerferien, miserabler Werbung, Pateien-Desinteresse: Die Demonstration gegen  die Schließung / Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses durch Grüne und CDU in Darmstadt war ein voller Erfolg.

Ein kleiner (Stimmungs-)Bericht und ausgewählte Bilder (Klick aufs Bild für eine große Version, ein Link zu mehr Bildern am Ende):

Ich habe schon ein paar Demonstrationen erlebt, aber die Demo gegen ein Schließung oder Privatisierung des Albert-Schweizer-Hauses fiel doch durch alle üblichen Raster. Am auffälligsten war sicher, dass überwiegend Kinder und Jugendliche demonstrierten – also jene, die bei Wahlen (leider) noch keine Stimme abgeben dürfen und damit ohne echte Repräsentanz im dne städtischen Gremien sind. Die Erwachsenen waren (und blieben) eindeutig in der Minderheit. 

Gleich als nächstes war bemerkenswert, dass die „üblichen Verdächtigen“ fehlten: Keine Partei war vertreten, auch die sonst bei Demos immer vertretenen politischen Gruppen glänzten komplett durch Abwesenheit.

Und beim näheren Hinsehen offenbarte sich noch eine Seltsamkeit: Hier demonstrierte ein überwiegend aus dem grün-alternativen Spektrum kommendes Publikum gegen die Politik eines grünen Oberbürgermeisters. Einzelne ältere Ehepaar waren auch auszumachen, die ich dem Aussehen nach der CDU zugeordnet hätte ( aber in Darmstadt kann man das nicht so genau sagen, die könnten auch SPD-nah gewesen sein). Es fehlten die schwarzen Kluften der Uffbasse AnhängerInnen, die intellektuellen Outfits der Linken und die IT-Lässigkeit der Piraten. 

Das hier keine Polit-Profis am Werk waren, war schon bei der Werbung für die Demo zu bemerken gewesen. Neben der persönlichen Ansprach der aktuellen AH–City-TeilnehmerInnen und der Mitglieder AHS-Fördervereins hatten sich die Aktivitäten auf einen Facebook Event beschränkt.
Keine Web-Seite, kein Plakate auch keine Aktivitäten in anderen sozialen Netzwerken oder in Online-Veranstaltungs-Kalendern. Schade. Da wurde viel Potential verschenkt.

 

In Facebook ist überhaupt nur ein Bruchteil der Darmstädter präsent und von denen gehen die meisten (von den Jugendlichen, die alle 10 min ihre Nachrichten checken, mal abgesehen) auch nur 1-2 Mal im Monat rein (wenn überhaupt). 

Also: Wer ne Demo machen will, soll erst mal ne normale, für alle Menschen zugängliche  Web-Seite aufsetzen, mit allen wichtigen Infos drauf. Dann können nämlich alle Leute ihre Freunde darauf aufmerksam machen, egal ob sie bei Facebook, G+ oder Twitter sind oder gar nicht in sozialen Netzen unterwegs.

Genug gemosert. Denn auf die Demo selbst waren die VeranstalterInnen gut vorbereitet: Transparente, witzige (und dennoch ernste) Schilder (siehe links),  Albert-Schweizer-Masken, …  Für alle, die schon mal selbst Zeit im AHS verbracht hatten, gab es Schilder, auf die jedeR schreiben konnte, wieviele Tage es waren.

Starkt vertreten und am engagiertesten waren die ehemaligen und gegenwärtigen AHS- BetreuerInnen. Ihnen merkte man an, dass sie sich – trotz ihrem zeitaufwendigen ehremamtlichen Engagement für die Freizeiten – in die Diskussion um die Zukunft des AHS in keinster Weise eingebunden fühlen. Das Versprechen der Grünen, in Darmstadt für mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen, ist hier jedenfalls nicht erfüllt worden. Denn für diese Jugendlichen bedeutet Beteiligung nicht, erst hinterher mit fertig verhandelten Ergebnissen konfrontiert zu werden. Für sie bedeutet Beteiligung, von Anfang an mitgestalten zu können. Und wenn das innovative Konzept des Albert-Schweizer-Hauses erhalten werden soll-  nicht nur das Gebäude – dann ist es notwendig, diejeneigen zu beteiligen, die dieses Konzept auch kennen. 

 

In den Redebeiträgen bei der Demo wurde denn auch vielfach betont, wieviel Engegement von DarmstädterInnen in die Ausstattung und Renovierung des Gebäudes geflossen ist: Das „kostetet Darmstadt:“fragte der Sprecher Marek zu jedem Punkt und die Demonstranten antworteten : „Null Euro!“. Unerwähnt blieben dabei die Tage, Wochen, Monate, Jahre, die junge DarmstädterInnen in ihrer Freizeit in die Betreuung von Kindern und Jugendlichen gesteckt haben. Auch das hat Darmstadt keinen Cent gekostet. Ob Jugendliche dazu zukünfitg bereit sein werden, wird auch davon abhängen, ob die Jugendlichen ernst genomen werdeen und welche Bedingungen dann herrschen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich beobachte, wie eine funktionierende Jugendarbeit komplett zusammenbricht, weil sich die Rahmenbedingungen ändern.
Der Wert von Jugendarbeit kann halt nicht einfach in investierten Euro ausgedrückt werden, sondern er entsteht erst dann, wenn die Arbeit bei den Jugendlichen auch auf Akzeptanz trifft. Das war bisher beim AHS der Fall. Die berechtigte Sorge der Jugendlichen, ob das bei einem anderen Träger zukünfitg der Fall sein wird, wird von den politisch Verantwortlichen bisher nicht ausreichend ernst genommen. 

Doch nicht nur , dass Grüne und CDU die erfolgreiche und notwendige Arbeit des AHS gefährden. Die Grünen sind dabei, mit ihrer Sparpolitik und mieserabler Kommunikation ihre eigene Zielgruppe zu verprellen. Hoffen wir, dass das eine Koalition mit einer Partei, die auf schwierige oder unangepaßte Jugendlichen traditionell mit dem Ruf nach der Polizei reagiert, wert ist.

Weitere  Bilder als Slideshow (insgesamt 167).

Gern dürft ihr die Bilder im Kampf für die Erhaltung des ASH gegen Nennung asls Fotograf (Carsten B.)  und / oder Link auf http://blog.neunmalsechs.de/ verwenden. Über eine Nachricht, wo ihr sie einsetzt, freue ich mich. Online-Artikel verlinke ich gern.  Bei Verwendung für andere Zwecke bitte ich um Rücksprache.

 

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Darmstadt gegen Rechts

Heute fand in Darmstadt eine Demonstration „Darmstadt gegen Rechts“ statt, zu der alle Darmstädter Parteien – außer der NPD –  sowie viele Darmstädter Organisationen aufgerufen (die CDU ist dort nicht genannt, da sie sich erst später entschieden hat, die Demo zu unterstützen) hatten. Anlass war das Gedenken an die von den Nazi-Terroristen („NSU“) verüben Morde im gesamten Bundesgebiet.

Die Teilnehmerzahl (vielleicht 1.000 Leut-  laut Polizei waren es 800, was ich aber für untertrieben halte) wird jetzt die Nazis nicht unbedingt beeindruckt haben, allerdings lief die Werbung auch nicht besonders – ich selbst habe davon erst in allerletzter Minute erfahren und sehr spontan teilgenommen. Insofern muss man davon ausgehen, dass viele gar nicht wussten, dass das heute stattfindet. Dennoch hat der Weg durch die Stadt sicher bei einigen Leuten zum Nachdenken geführt .

Bedauerlich jedoch, dass weder Transparente noch (an Passanten verteilte) Flugblätter das Thema Rassismus und Fremdenangst in der Mitte der Gesellschaft zum Thema gemacht haben. Da wurde eine Chance vertan.

Interessant und neu für mich war die Information, dass der „Wetzlarer Kurier“, der vom stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Irmer herausgegeben wird, regelmäßig rassistische Hetze gegen Muslime, Sinti und Roma und andere Minderheiten in Deutschland betreibt, die einer NPD –Rhetorik gleicht. Wie eine hochrangiges CDU Mitglied so etwas tun kann, ohne von seiner (christlichen!) Partei rausgeworfen zu werden, ist mir unbegreiflich.

Uffbasse hat die Demo auch kritisch kommentiert. Dem kann ich weitgehend zustimmen.

Hier ein paar Impressionen von der Kundgebung und bunten Demonstration :

Den Rest des Eintrags lesen. »

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Miese Noten für die Landesregierung

Ich habe neulich ja schon berichtet, dass die hessische Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage vor allem mit der Bildungspolitik der Landesregierung besonders unzufrieden ist.

Aus einer daraus folgenden Diskussion entsprang die Idee, diese Leistung doch einmal an den Vorgaben für Lehrer zur Leistungsbewertung  an Schulen zu spiegeln. Darauf aufbauend erstelle ich der hessischen Landesregeirung folgendes Zeugnis:

 

Zeugnis

Die Landesregierung erhält zum Ende des dritten Jahres ihrer Regierung von den Bürgerinnen und Bürgern Hessens folgende Bewertungen:

Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen 4
Bekämpfung der Kriminalität 4
Familienpolitik und Kinderbetreuung 5
Schul- und Bildungspolitik 5

Angesichts dieser Noten ist eine Versetzung in die nächste Landesregierung zum Ende der Legislaturperiode sehr fraglich.

Angesichts des bevorstehenden Schulwechsels in eine weiterführende Schule empfehlen wir-  angesichts von zwei 5en in den vier Hauptfächern – die Regierungsparteien für die Mit-Regierung in einem der Hauptbundesländer, mit viel Anstrengung vielleicht auch in einem der leichter zu regierenden Realbundesländer. Von der Beteiligung an der Regierung in einem weiterführenden Bundesland oder gar der Bundesregierung raten wir ab.

Mit freundlichen Grüßen

 

Schulleiterin

 

Quelle für die Umfrageergebnisse: Hessischer Rundfunk

Quelle für das Mapping der Umfrageergebnisse auf Schulnoten: Hier, hier und hier

 

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Hessen: Mit der Bildungspolitik massiv unzufrieden

Es sieht nicht gut aus für die hessische Landesregierung – sie hat in einer aktuellen Umfrage ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren.

Besonders interessant jedoch ist, womit die Bevölkerung am unzufriedensten ist: Mit der Bildungspolitik der Landesregierung (und gleich danach:  Familie & Kinderbetreuung).

65% der hessischen WählerInnen sind mit der Bildungspolitik der CDU-/ FDP Landesregierung unzufrieden

65% der hessischen WählerInnen sind mit der Bildungspolitik der Landesregierung unzufrieden

Das ist insbesondere deshalb interessant, weil die Bildungspolitik ja nicht gerade ein Schwerpunkt der Presseberichterstattung in hessischen Medien ist. Viel davon scheint von Schülern, Lehrern und Eltern (wie mir) selbst erlebt worden zu sein.

Auch die von der Kultusministerin zum Schwerpunkt ihrer zukünftigen Arbeit erklärte Reform der Schulverwaltung (Zusammenlegung der Schulämter) und die Ernennung eines (fachlich inkompetenten) Bankers zum Staatssekretär im Kultusministerium dürfte daran nur wenig ändern (wenn nicht sogar die Situatiuon noch weiter verschlimmern).

Konsequent ist, dass die FDP, die ja die Kultusministerin stellt, in der aktuellen Umfrage auf 4% sinkt. Leider hilft das den Schülern, die jetzt durch die Schule müssen, ziemlich wenig.

In der Umfrage erhalten die Parteien folgende Werte: CDU 34%, SPD 30% Grüne 20% Piraten 6%, FDP 4%, Linke 3%, sonstige 3%.

Mehr Infos und Details hier:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_43341660&gallery=1&mMediaKey=mediathek_43344308&b=0

 

Wer sich mehr über Bildungspolitik in Hessen informieren oder aktiv werden will, kann das hier tun:

Mailingliste Bildungsoffensive Hessen

Folgt @akbildung_he auf Twitter

Mailingliste Bildungspolitik der hessischen Piraten

AK Bildungspolitik der hessischen Piraten

Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Grünen

 

Mehr Informationen:

Kategorie Bildungspolitik dieses Blogs

 

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FDP: Hirschler neuer Staatssekretär im Kultusministerium

Herbert Hirschler (FDP), soll zum 1. Januar 2012 neuer Staatssekretär im hessischen Kultusministerium werden. Er löst den bisherigen Amtsinhaber, Hans-Wilhelm Brockmann (CDU) ab.

Hirschler ist in der hessischen Landespolitik kein Unbekannter: Er hat schon um die Jahrtausendwende im Wirtschaftsministerium als Staatssekretär gedient.  FDP-Mann Hirschler ist derzeit Sprecher der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Lebenslauf:

Geburtsdatum: 15. Juli 1948 in Frankfurt am Main
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt am Main, Abschluss: Diplom-Volkswirt, Diplom-Handelslehrer,  anschließend Promotion zum Dr. rer. pol.

1976-1991 verschiedene Leitungsfunktionen, Hessisches Ministerium für Wirtschaft und Technik
1991 – 1999: Vizepräsident des Regierungspräsidiums Darmstadt
1999 – 2004: Staatssekretär im Hessischen Minsterium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
2004 – 2006:  Bereichsleiter der Landestreuhandstelle Hessen
1.1.07 – 31.8.09:  Geschäftsleiter der LTH-Bank für Infrastruktur:
seit 1.9.2009: Geschäftsleiter der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, dort für die Geschäftsfelder Infrastruktur, Wirtschaftsförderung und Landwirtschaftsförderung zuständig.

Seit 1967 Mitglied der FDP, einige Jahre Kreis- und Fraktionsvorsitzender der FDP Rheingau-Taunus-Kreis und Mitglied des Kreistags, mehrere Jahre Vorsitzender des Landesfachausschusses „Forschung, Energie und Technologie“  sowie Vorsitzender der Karl-Hermann-Flach-Stiftung seit 1994.

Worin jedoch seine Qualifikation besteht, zum Staatsekretär im Kultusministerium zu werden, ist mir nicht klar und das zu benennen scheint auch der FDP in ihrer Mitteilung dazu schwer zu fallen. Offensichtlich hat sich Hirschler nie zuvor inhaltlich mit Bildungspolitik beschäftigt.

 

Siehe auch:  Mein Leserbrief: Warum will die FDP einen Banker zum Staatssekretär im Kultusministerium machen?

 

Siehe auch:

Irrwege der Unterrichtsreform

 

Quelle und weitere Infos:

http://www.echo-online.de/nachrichten/landespolitik/Kultusministerium-Staatssekretaer-Brockmann-geht-zum-Jahresende;art175,2294090

http://www.echo-online.de/nachrichten/landespolitik/Das-Schweigen-der-hessischen-FDP;art175,2286230

http://www.hna.de/nachrichten/hessen/henzler-tauscht-staatssekretaer-1467905.html

http://www.fdphessen.de/Dr-Herbert-Hirschler-soll-neuer-Staatssekretaer-im-Kultusministerium-werden/8992c19191i1p12/index.html

http://www.wirtschaft.hessen.de/irj/HMWVL_Internet?rid=HMWVL/HMWVL_Internet/nav/4a0/4a0600d8-05e5-4701-e76c-d3b5005ae75d,74c2515c-e6f7-321b-30bc-d44e9169fccd,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=74c2515c-e6f7-321b-30bc-d44e9169fccd%26overview=true.htm

http://www.medienmittwoch.de/veranstaltungen/2004/01/14/referenten/1/

http://www.fdp-main-taunus.de/bezirk/personen.asp?id=24&func=0

 

Update 1.11.2011:  Auch FR und FAZ berichten prominent, haben aber auch nur die Agenturmeldung ab- bzw. umgeschrieben:

http://www.fr-online.de/rhein-main/staatssekretaer-im-kultusministerium-brockmann-muss-gehen,1472796,11080170.html

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/umstrittene-kultusministerin-henzler-rettet-kopf-staatssekretaer-als-bauernopfer-11511493.html

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kommentar-luft-fuer-henzler-11511987.html

 

 

 

 

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