Schwerer, Wahl-verzerrender – methodischer Fehler beim Wahl-Unterstützungs-Tool Voto.

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Tools zu Unterstützung der Wahlentscheidung sind gerade sehr beliebt. Sie helfen dabei, die komplexer werdende Parteienlandschaft (warum das gut ist) besser begreifbar zu machen. Und sie sind eine relativ einfache Herausforderung für Software Entwickler, wenn das Datenmaterial digital vorliegt. Doch als Mittler zwischen Parteien und Wähler:innen müssen wir sicher sein, dass die Transformation unparteiisch und ohne Verzerrungen funktioniert. Jeder bewußte Manipulation ist ein schwerwiegender Eingriff in die Demokratie und jede Verzerrung in der Auswertung (selbst wenn gut gemeint) verzerrt das Wahlergebnis auf unzulässige Weise. Kurz: Wir müssen die Tools kritisch prüfen.

Bei der Kommunalwahl in Hessen am 15. März biete ein Tool namens Voto seine Unterstützung an. Ich bin nun kein Politikwissenschaftler, aber schon vor Jahren habe ich aus grundsätzlichem Misstrauen heraus einen kleinen „Elchtest“ entwickelt, der auf einer einfachen Hypothese beruht:

Wenn ein:e Wähler:in in keinem der abgefragten Themen eine Präferenz hat (also immer „Neutral“ oder „Egal“ klickt) dann müssen in der Auswertung alle Parteien gleich bewertet werden. Denn wem alles egal ist, dem darf keine Partei bevorzugt empfohlen werden.

Dass sich bestimmte Parteien zu mehreren Themen gar nicht geäußert haben, darf sich nicht zu ihrem Vorteil (oder Nachteil?) auswirken. Denn die Tatasche, dass ein Thema mir egal ist, ist nicht das Gleiche, wie, dass sich eine Partei im Wahlkampf nicht dazu äußert.

Vor allem aber sollte die Auswertung in diesem Fall nicht unterbunden werden (wie das bestimmte Tools in der Vergangenheit nach meiner Kritik getan haben) , da das ein einfacher Test ist, um eine systematische politische Tendenz aufzudecken: Wenn mir alles (oder vieles) egal ist, sollte mir keine bestimmte politische Richtung bevorzugt empfohlen werden.

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