Artikel getaggt mit Bundestagswahl 2013

Politik ist …

Wählen gehenJa was?

In letzter Zeit habe ich wieder öfter Meinungen gehört, die Politik und Politiker ganz allgemein verdammen oder die dran zweifeln, ob es einen Unterschied macht, ob man eine oder eine andere Partei wählt. Das ist so wie das regelmäßig Klagen über das Fernsehprogramm oder das Kantinenessen – Klagen über das schlechte Angebot, für das man schließlich bezahlt.

Doch leider ist Demokratie kein „Produkt“ bei dem ein Anbieter dafür zuständig ist, uns optimal zu unterhalten. Bei dem wir uns beklagen können, wenn wir unzufrieden oder gelangweilt sind. Im Gegensatz zur Diktatur oder Monarchie. Dort gibt es zwar einen Anbieter, aber die Beschwerdestellen reagieren meist ziemlich undankbar, wenn ihnen Beschwerden zu Ohren kommen.

In der Demokratie ist die Verantwortung in unsere Hände gelegt. Und wir bekommen die Politiker und die Politik, die wir verdienen. Je weniger wir uns kümmern, desto schlechtere Politiker bekommen wir.

Eine wichtige Sache in der Demokratie ist die Auswahl. Je mehr Kandidaten wir zur Auswahl haben, desto besser. Denn nur eine Auswahl ermöglicht uns, auch Andere auszuwählen, statt immer über „die Politiker“ zu schimpfen und dann doch die Gleichen zu wählen (oder durch Nichtwählen einfach weitermachen zu lassen). Nur Auswahl ermöglicht uns, auch anderen, frischen Gesichtern eine Chance zu geben. Wenn die bitteren Klagen über „die da oben“ tatsächlich Recht haben, dann kann es ja kaum schlimmer werden. Gebt den Neuen eine Chance, wenn ihr unzufrieden seid!

Deshalb bin ich froh über jeden Menschen, der sich bei einer Wahl als KandidatIn anbietet. Weil das die Grundlage für eine parlamentarische Demokratie ist.

Warum ist Politik trotzdem so unbeliebt? Ich glaube, dass liegt daran, dass es einige tief verwurzelte Missverständnisse gibt – populäre Missverständnisse, die dazu führen, dass Menschen nicht zur Wahl gehen und der Demokratie so schaden:

1.) Es gibt nicht die eine perfekte, absolut glaubwürdige Partei (und alle anderen Parteien sind deshalb schlecht). Eine Partei ist auch kein Fußballklub, kein Glaubensbekenntnis oder eine Angelegenheit lebenslanger Treue. „Ich habe noch nie was anderes gewählt“ – wer so denkt, hat Demokratie nicht verstanden und schadet ihr, weil er Veränderungen verhindert. Wer sein Leben lang immer nur eine Partei gewählt hat, sollte sich mal Gedanken machen.

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SPD Prominenz in Darmstadt

Eben bin ich in der Stadt über reichlich SPD Prominenz gestolpert. Thorsten Schäfer-Gümbel hab ich gleich erkannt, aber Klaus Wowereit (SPD Bürgermeister in Berlin) hatte ich irgendwie nicht erwartet und brauchte deshalb kurz, um das Gesicht einzuordnen.

Hier ein paar fotografische Impressionen:

Klaus Wowereit

Klaus Wowereit

Thorsten Schäfer-Gümbel

Thorsten Schäfer-Gümbel

Thorsten Schäfer-Gümbel

….und nochmal TSG, vor dem SPD Hessen Logo

Michael Siebel

Michael Siebel – SPD Kandidat für den Wahlkreis 49 (nördlicher Teil der Stadt Darmstadt mit Arheilgen, Gervinus, Kranichstein, Martins- und Johannesviertel, Darmstadt-Mitte, Waldkolonie und Wixhausen)

Ich habe auch ein bischen zugehört und es wurden (von Herrn Wowereit) viele richtige Dinge gesagt. Was mir nicht klar geworden ist, warum er jetzt Forderungen stellt, die die gleiche Bundes-SPD nicht vertreten hat, als sie regierte. Das Personal hat sich kaum geändert, auch Herr Wowereit war damals schon dabei und ich habe nie gehört, dass er der SPD Sozial- und Steuerpolitik unter Schröder und in der großen Koalition mal widersprochen hätte. Die Hessen SPD muss ich fairer Weise davon ausnehmen, aber die Bundes-SPD hat für mich ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Wer von der SPD eine fairer Steuer- und Sozialpolitik will, muss – fürchte ich – die Linke wählen. Nicht aus Überzeugung, aber um den notwendigen Druck auszuüben.
 

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