Man liest die Nachrichten, sieht die Zustimmung zur AfD und möchte schreien. Oder wenigstens etwas sehr Unfreundliches ins Internet schreiben. Verständlich. Ich kenne den Impuls.
Nur: Was wird dadurch besser?
Ich habe weder einen Fernsehsender noch das Vermögen milliardenschwerer AfD-Unterstützer. Ich habe eine Stimme, ein paar Kontakte, etwas Zeit und einen Geldbeutel mit begrenztem Inhalt. Also ungefähr die Ausstattung eines normalen Menschen. Was lässt sich damit gegen Nazis, Menschenverachtung und den Aufstieg der AfD tun?
Zunächst würde ich gern aufhören, meine politische Wirksamkeit an meiner Empörung zu messen. Wut kann ein Anlass sein, aktiv zu werden. Dauerhass verbraucht dagegen die Energie, die ich dafür brauche. Aus einem Wahlergebnis lässt sich zwar nicht ablesen, welche Gegenstrategie versagt hat. Aber der Hass, der der AfD in Sachsen-Anhalt offen entgegenschlug, hat offensichtlich nicht geholfen, ihren Wahlerfolg zu verhindern. Ich frage mich sogar, ob die offene Verachtung gegenüber AfD-Wählern bei manchen eine Trotzreaktion ausgelöst hat.
Auf Hass zu verzichten bedeutet auch nicht, freundlich über Menschenverachtung hinwegzusehen. Ich kann eine Aussage rassistisch nennen, ihr widersprechen und Konsequenzen verlangen. Dafür muss ich den Menschen dahinter nicht entmenschlichen oder lächerlich machen. Wer AfD wählt, trägt Verantwortung für diese Entscheidung. Trotzdem möchte ich zwischen überzeugten Rechtsextremisten, ihren politischen Organisatoren und Menschen unterscheiden, die für ein Gespräch noch erreichbar sind.
Im Internet fängt das für mich mit einer einfachen Frage an:











