Artikel getaggt mit mobilität

Lieber im Zug sitzen als im Stau stehen

Blick vom Fahrersitz auf einen Autobahnstau mit LKW auf der rechten Spur.

Seit Langem bin ich mal wieder eine längere Strecke Autobahn gefahren. Weil es nicht anders ging. Drei Staus später wusste ich wieder, warum ich das möglichst vermeide.

Die Fahrkünste anderer: zum Verzweifeln. Jedenfalls war das mein Eindruck hinter dem Lenkrad. Drei Staus ohne Anlass. Ob tatsächlich alle drei auf schlechtes Fahren zurückgingen, kann ich natürlich nicht sicher wissen. Vom Fahrersitz aus hat man schließlich keinen Überblick über die gesamte Verkehrslage. Dafür aber reichlich Gelegenheit, sich eine Meinung zu bilden. Aber es war bei allen dreien keine Ursache zu sehen, die sie erklärt hätte – weder eine Baustelle noch ein Unfall.

Und irgendwann war da dieser Gedanke: Hoffentlich wird das bald etwas mit den autonomen Fahrzeugen.

Verspätung mit Lenkrad

Über die Bahn zu schimpfen, gehört in Deutschland zum gesellschaftlichen Grundkonsens. Ein Zug fällt aus, ein Anschluss ist weg, die Anzeige verspricht etwas anderes als die Durchsage. Das nervt. Mich auch.

Trotzdem wird beim Vergleich mit dem Auto gern so getan, als wäre die Alternative zur verspäteten Bahn eine freie Autobahn mit reserviertem Parkplatz am Ziel.

Meine jüngste Fahrt bot ein anderes Vergleichsmodell: verspätete Ankunft, aber die ganze Zeit selbst verantwortlich fürs Weiterkommen. Aufmerksamkeit bitte auch dann, wenn seit Minuten kaum etwas weitergeht. Man könnte ja die entscheidenden fünf Meter verpassen.

Im Zug kann ich mich über eine Verzögerung kurz ärgern und anschließend wieder lesen. Auf der Autobahn muss ich mich weiter mit der Verzögerung beschäftigen. Sie steht direkt vor mir und hat Bremslichter.

Was mache ich eigentlich mit meiner Zeit?

Für mich ist das der entscheidende Unterschied. Die reine Reisezeit sagt wenig darüber aus, wie ich eine Fahrt erlebe.

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Elektromobilität in Darmstadt

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Gastbeitrag von Mathias Mischler

Auf der Suche nach einer Ladestation 1: Rheinstraße -  beide belegt.
Auf der Suche nach einer Ladestation 1: Rheinstraße – beide belegt.

Schon vor einigen Jahren habe ich angefangen, mich für die Elektromobilität zu interessieren. Ich bin zu einigen Händlern gegangen und habe verschiedene Modelle Probe gefahren. Die zügige Beschleunigung, der saubere Motor, die günstigeren Verbrauchskosten im Vergleich zu einem Verbrenner und das „mehr Spaß“ beim Fahren hat mich dann in den folgenden Monaten nicht mehr losgelassen.

Vor zirka zwei Jahren dann (2019) haben wir uns ein Elektroauto gekauft – ein Franzose ist es geworden – und der Verbrenner wurde verkauft.

Die Elektromobilität mit Akku hat sehr zu unserem Fahrprofil gepasst: Viele Fahrten in der Stadt, viele Fahrten in die nähere Umgebung (50-80 km) und ab und zu mal ein paar weitere Fahrten. Und das bekommt man mit ein wenig Organisation und im Internet nach Ladestationen recherchieren einfach gewuppt. Und das, obwohl wir in einem Mehrfamilienhaus wohnen und vor allem auf die öffentlichen Lademöglichkeiten angewiesen sind.

In Darmstadt habe ich mich auch zunächst gut aufgehoben gefühlt. Es gab genug Lademöglichkeiten für die wenigen Elektroautos. Und es war eigentlich abzusehen, dass der Ausbau in dem Tempo weiter fortgeführt wird, wie er begonnen hat. Andere Städte hatten schon gerne mal die Nase vorn. Mehr Ladesäulen, teilweise vergünstigtes oder kostenloses Laden (Rheinland-Pfalz), attraktive Ladeplätze. Dennoch war es so verkehrt in Darmstadt nicht. Erst.

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