Demokratie beruht auf einem einfachen Versprechen: Jeder Mensch hat eine Stimme. Doch wenn einige wenige so reich sind, dass sie Parteien finanzieren, Medien kontrollieren und die öffentliche Debatte mitprägen können, gerät dieses Versprechen unter Druck. Ihr Vermögen verschafft ihnen politischen Einfluss, der weit über ihre einzelne Stimme hinausgeht.
Besonders gefährlich wird es, wenn Überreiche diesen Einfluss nutzen, um rechtsextreme Parteien, Organisationen und deren Umfeld zu unterstützen. Durch Geld, durch mediale Aufmerksamkeit oder durch demonstrative Nähe, die Menschenfeindlichkeit gesellschaftsfähig macht. Wer Kräfte stärkt, die Minderheiten ausgrenzen, unabhängige Medien bekämpfen und demokratische Institutionen schwächen wollen, trägt Verantwortung für deren Aufstieg.
Mich ärgert daran auch unsere scheinbare Hilflosigkeit. Wir sehen zu, wie Menschen mit gewaltigen Vermögen politischen Einfluss ausüben, während wir uns fragen, ob unser Widerspruch überhaupt etwas bewirkt. Dabei stammt ein Teil ihrer wirtschaftlichen Macht aus unseren alltäglichen Kaufentscheidungen. Wir kaufen ihre Produkte – und sichern damit das Geschäft, auf dem ihr Einfluss beruht.
Das macht keinen Einkauf automatisch zur Parteispende. Aber es wirft eine sehr persönliche Frage auf: Warum sollte ich mein Geld einem Unternehmen geben, dessen Eigentümer politische Kräfte aufwertet, die meinen Vorstellungen von einer freien und solidarischen Gesellschaft entgegenstehen?
Bei Theo Müller stellt sich mir genau diese Frage.
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