Archiv für August 2026

Der Markt baut keine Atomkraftwerke

Neubau im Vergleich: Während Wind- und Solaranlagen schrittweise Strom liefern, bindet ein Atomkraftwerk über Jahre enorme Kapitalmengen.

Atomstrom scheint billig. Jedenfalls dann, wenn das Kraftwerk bereits gebaut und bezahlt ist. Wenn jahrzehntealte Reaktoren mit neuen Windrädern und Solaranlagen verglichen werden, gewinnt die Atomkraft deshalb regelmäßig.

Das ist ungefähr so überraschend wie die Feststellung, dass das Wohnen im abbezahlten Elternhaus billiger ist als ein Neubau.

Hier soll es deshalb ausschließlich um neue Kraftwerke gehen: Wenn heute zusätzliche CO₂-arme Stromerzeugung benötigt wird, lohnt es sich dann wirtschaftlich, ein neues Atomkraftwerk zu bauen – oder sind Wind- und Solarenergie selbst dann günstiger, wenn man Netze, Speicher und Reservekraftwerke mitrechnet?

Die klare Antwort lautet: Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. Wind- und Solarenergie sind auch einschließlich ihrer Systemkosten die wirtschaftlichere Lösung.

Der Trick mit den unterschiedlichen Kosten

In der Diskussion werden gerne zwei verschiedene Rechnungen miteinander verglichen.

Bei Wind- und Solarenergie werden auf den Erzeugungspreis noch Netzausbau, Speicher, Reservekraftwerke, Einspeisevergütung und gelegentlich auch die Kosten einer vollständigen Dunkelflaute addiert.

Bei der Atomkraft wird dagegen häufig nur auf die Produktionskosten bestehender Reaktoren verwiesen. Netzanbindung, Reserveleistung, Finanzierung, Rückbau, Endlagerung und Unfallrisiko verschwinden aus der Rechnung.

Das ist kein Vergleich. Das ist Buchhaltung mit politischer Absicht.

Wer wissen will, welche Technologie heute wirtschaftlicher ist, muss neue Anlagen mit neuen Anlagen vergleichen – und bei allen Technologien dieselben Kosten berücksichtigen.

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Erst Osthang getötet, dann Besucherzentrum ins Koma versetzt

Erst räumen, roden und Millionen ausgeben – dann nachdenken

Dass die Mathildenhöhe zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, war ein großer Erfolg für Darmstadt. Weltweite Aufmerksamkeit für die kulturelle Geschichte der Stadt – maßgeblich vorangetrieben unter dem grünen Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Mathildenhöhe Darmstadt. Foto: Ikar.us / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 DE

Doch dieser Erfolg trug einen giftigen Stachel in sich: das geplante Informationszentrum am Osthang.

Der Auftrag, Besucher über die Bedeutung des Jugendstils und des Welterbes zu informieren, ist verständlich und sinnvoll. Zweifelhaft war dagegen immer, ob dafür tatsächlich ein Neubau auf einem grünen Gelände mitten im Wohnviertel notwendig ist.

Die Darmstädter Grünen haben diesen Neubau lange vehement vertreten. Die CDU stellte sich dahinter. Auch Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) verteidigte das Projekt. Noch am 13. Februar 2026 erklärten Benz, Stadtplanungsdezernent Michael Kolmer (Grüne) und Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU) gemeinsam, das Informationszentrum sei ein zentraler Baustein des Welterbes.

Erst einmal räumen und roden

Dabei gab es in Darmstadt (aus verschiedenster Motivation) lautstarken Protest: Bis zuletzt versuchten Umweltaktivisten und Vertreter einer Kulturinitiative die Rodung der Bäume auf dem Gelände am Osthang in Darmstadt zu verhindern. Doch am im Februar schickte die Stadt Darmstadt rund 200 Einsatzkräfte der Polizei um den Weg für die von der Stadt geplanten Arbeiten freizumachen.

Noch am selben Tag begann die Rodung.

13 Bäume fielen.

Der alternative Kulturort am Osthang war damit Geschichte. Das Gelände wurde zur Baustelle.

Und dann?

Dann passiert erst einmal nichts.

Sechs Monate später folgt plötzlich die halbe Kehrtwende.

Am 17. August 2026 verkündet OB Benz: Die bisherige Planung wird gestoppt.

Nicht wegen einer überraschend entdeckten Fledermaus. Nicht wegen eines Gerichtsurteils. Nicht weil die UNESCO plötzlich neue Anforderungen gestellt hätte.

Sondern unter anderem wegen Fragen, die man normalerweise vor Baubeginn klärt:

  • Was wollen wir den Besuchern eigentlich vermitteln?
  • Was brauchen wir dafür?
  • Und welches Gebäude – wenn überhaupt – brauchen wir dazu?

Benz und Wandrey räumen nun selbst ein, dass die Reihenfolge falsch war: Erst wurde ein Gebäude geplant, obwohl noch gar kein Vermittlungskonzept vorlag.

Hä? WTF – OB Benz und die CDU brauchen dazu 6! Monate?

Hinzu kommt eine Kostenexplosion. Aus ursprünglich rund sechs Millionen Euro sind inzwischen 21 Millionen Euro geworden. Bislang sind für Planung und Bauvorbereitung bereits rund vier Millionen Euro ausgegeben worden.

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Wartelisten

For over 180 years, no country has wanted to voluntarily join the USA. For over 370 years, no country has wanted to voluntarily join Russia.

The EU and NATO, on the other hand, have waiting lists.

Уже более 248 лет ни одно государство не хотело добровольно присоединиться к США. Уже более 370 лет ни одно государство не хотело добровольно присоединиться к России.

А у ЕС и НАТО, напротив, есть очереди на вступление.

Seit über 248 Jahren wollte sich kein Staat freiwillig den USA anschließen. Seit über 370 Jahren wollte sich kein Staat freiwillig Russland anschließen.

Die EU und die NATO dagegen haben Wartelisten.

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Das stille Meer

 von Arthuro de las Cosas

Blaues Wasser unter weißer Sonne.
Weiße Häuser.
Weiße Wände.
Gedeckte Tische warten auf den Abend.

Draußen treibt etwas auf dem Meer.

Das stille Meer bringt alles zurück.
Plastik und Holz.
Schaum und Haut.
Eine rote Jacke.
Ein einzelner Schuh.

Die Möwen kommen später.

Die Olivenbäume glänzen im Licht.
Die Hotels öffnen ihre Türen.
Der Kaffee ist heiß.
Der Morgen ist klar.

Niemand fragt,
was in der Nacht angekommen ist.

Das stille Meer sagt nichts.
Es trägt die Namenlosen heran
und nimmt ihre Namen wieder mit.

Kein Grab im Dorf.
Keine Glocke.
Kein Schild.

Nur eine Zahl,
wo vorher ein Mensch war.

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